Tel Aviv (dpa) - Prinz William (36) hat als erstes Mitglied der britischen Königsfamilie im Rahmen einer offiziellen Reise Israel besucht. In Jerusalem traf er am Dienstag mit Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und dessen Frau Sara zusammen.

Israels Präsident Reuven Rivlin bat den Prinzen bei einem anschließenden Gespräch, "eine Nachricht des Friedens" an Palästinenserpräsident Mahmud Abbas zu senden. Es sei an der Zeit, den Konflikt zwischen Israel und den Palästinensern zu beenden, sagte Rivlin nach Angaben israelischer Medien. Der Prinz will Abbas am Mittwoch in Ramallah treffen.

Prinz William bereist seit Sonntag den Nahen Osten. In Jordanien traf der 36-Jährige Kronprinz Al-Hussein bin Abdullah sowie syrische Flüchtlinge im Norden des Landes.

Am Dienstagvormittag hatte Prinz William auch die Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem besucht. "Es ist fast unmöglich, dieses entsetzliche Geschehen in der Geschichte zu verstehen", schrieb er ins Gästebuch. "Aber die Taten der wenigen, die große Risiken eingingen, um anderen zu helfen, sind eine Erinnerung an die menschliche Fähigkeit zu Liebe und Hoffnung."

Dabei erinnerte er auch an seine Urgroßmutter, Prinzessin Alice, die eine "Gerechte unter den Völkern" ist. Yad Vashem zeichnet mit dieser Ehrung nichtjüdische Menschen aus, die unter Einsatz ihres Lebens Juden retteten. Vor seiner Abreise am Donnerstag will Prinz William das Grab von Prinzessin Alice auf dem Ölberg in Jerusalem besuchen.

Der Herzog von Cambridge traf auch zwei Holocaust-Überlebende, die durch die sogenannten Kindertransporte gerettet wurden. Bei der Rettungsaktion entkamen rund 10.000 jüdische Kinder nach England, sie begann nach der Pogromnacht am 9. November 1938. Prinz William legte einen Kranz in der Gedenkstätte nieder.

Als ehemalige Mandatsmacht in Palästina hatte Großbritannien großen Einfluss auf die historischen Entwicklungen in der Region. Im November 1917 hatte der britische Außenminister Arthur Balfour etwa in einem Schreiben an den britischen Zionisten Lionel Walter Rothschild zugesichert, das Vorhaben einer nationalen Heimstätte für Juden in Palästina zu unterstützen. Die Erklärung bahnte den Weg für die Gründung des Staates Israel 1948.

Der Staatsgründung folgte allerdings auch ein Krieg mit den arabischen Nachbarn und die Flucht und Vertreibung von rund 700.000 Palästinensern. Auf palästinensischer Seite gilt das Schreiben daher als historischer Fehler.

Abbas hatte im vergangenen Jahr die britische Regierung aufgefordert, auf ein Ende der israelischen Besatzung im Westjordanland und die Gründung eines palästinensischen Staates hinzuarbeiten.

Williams Vater Prinz Charles war 2016 zur Beerdigung von Ex-Präsident Schimon Peres in Israel gewesen. Allerdings galt dies nicht als offizieller Besuch.

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