Berlin (dpa) - In den östlichen Bundesländern würden nach Einschätzung der Bundestagsabgeordneten Frauke Petry scharenweise CDU-Politiker zur CSU überlaufen, falls die Union durch den Asylstreit auseinanderbrechen sollte.

"Ich glaube zwar nicht, dass es so weit kommen wird, aber die CSU hätte ein großes Potenzial bei den CDU-Verbänden im Osten", sagte die frühere AfD-Vorsitzende der Deutschen Presse-Agentur.

Petry hatte nach ihrem Austritt aus der AfD im vergangenen Herbst gemeinsam mit ihrem Ehemann, dem NRW-Landtagsabgeordneten Marcus Pretzell, und einigen Mitstreitern Die blaue Partei und ein Bürgerforum "Blaue Wende" gegründet. Ihren Schritt hatte Petry damals mit der zunehmenden Radikalisierung der AfD begründet. Bei der Landtagswahl in Sachsen rechnet Petry nach eigenen Worten fest damit, dass ihre Partei die Fünf-Prozent-Hürde überspringen wird. Zu Koalitionsmöglichkeiten sagte Petry: "Wir sind gesprächsbereit", sie werde sich aber nicht der CDU andienen.

Im sächsischen Wahlkampf wird sich Petry nach eigenen Einschätzung nicht nur gegen die etablierten Parteien und die AfD behaupten müssen, sondern auch gegen die derzeitige Vorsitzende der Linksfraktion im Bundestag, Sahra Wagenknecht. "Ich erwarte, dass Sahra Wagenknecht bei den nächsten Landtagswahlen in Sachsen, Thüringen und Brandenburg 2019 mit ihrer eigenen linken Sammlungsbewegung antreten wird", sagte Petry. Wagenknecht habe verstanden, dass eine unkontrollierte Zuwanderung und ein funktionierender Sozialstaat nicht miteinander vereinbar seien.

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