Münster Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat die Ärzte aufgefordert, bei einer schnelleren Einführung digitaler Angebote für Patienten mitzuziehen. „Gestalten Sie das mit“, sagte der CDU-Politiker am Dienstag beim Deutschen Ärztetag in Münster. Internetkonzerne wie Google und Amazon investierten schon in den Gesundheitsbereich, auch China sei hier aktiv. Daher gelte es, die Datensicherheit mit Medizinern und Servern in Deutschland zu gewährleisten.

Ärztepräsident Frank Ulrich Montgomery warnte zur Eröffnung des Ärztetags vor Plänen, Grippe-Impfungen in begrenztem Umfang auch in Apotheken zu ermöglichen. „Impfen ist nicht einfach nur ein Pieks in den Arm.“ Dazu gehörten vorherige Untersuchungen von Patienten und Eingriffsmöglichkeiten bei Zwischenfällen. Diese Verantwortung könne auf gar keinen Fall an andere Berufsgruppen übertragen werden.

Montgomery wandte sich generell gegen Angriffe auf den Arztberuf. Ärzte klagten über zu viel Arbeit, zu wenig Kollegen und dauernde zeitliche Überforderung. Spahns Antwort darauf seien jedoch Vorstöße, die „am Rande ärztlicher Tätigkeit“ neue Berufe schafften oder durch Verlagern zentraler Berufsinhalte auf andere an die Professionalität von Ärzten herangingen. Dies zeige sich etwa an Plänen zu neuen Ausbildungen für Psychotherapeuten und Hebammen. Gebraucht würden aber mehr Ärzte und dafür mehr Studienplätze.

Montgomery (66) tritt als Präsident der Bundesärztekammer nach acht Jahren ab. Um die Nachfolge bewerben sich die Ärztekammer-Präsidenten Günther Jonitz (Berlin), Gerald Quitterer (Bayern) und Martina Wenker (Niedersachsen) sowie der Vorsitzende des Hartmannbundes, Klaus Reinhardt. Die Wahl ist für Donnerstag vorgesehen.

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