München Trotz der herben Pleite der CSU bei der Landtagswahl darf Markus Söder bayerischer Ministerpräsident bleiben. Wie erwartet wählte der Landtag Söder am Dienstag erneut zum Regierungschef des Freistaats. Der CSU-Politiker erhielt in der geheimen Abstimmung 110 Ja-Stimmen und 89 Nein-Stimmen bei drei Enthaltungen. Damit erzielte er im ersten Wahlgang die notwendige einfache Mehrheit der 202 abgegebenen gültigen Stimmen, erhielt aber eine Ja-Stimme weniger als an dem Tag anwesende Abgeordnete von CSU und Freien Wählern im Landtag vertreten waren.

Mit der Abstimmung am 23. Tag nach der Wahl hat der Landtag schneller den neuen Regierungschef bestimmt als von der Verfassung gefordert. Spätestens hätte dies am 12. November erfolgen müssen.

Söder appellierte an alle Parlamentarier, „einen neuen Stil zu entwickeln“. Stil und Anstand seien wichtig, jeder solle sich bemühen, die Argumente des Anderen verstehen zu wollen. „Das Ringen um das Beste macht den Parlamentarismus stark. Wer andere schlecht macht, wird selber nie erfolgreich sein.“

Dem Anspruch müsse die Regierung ebenso gerecht werden wie die Opposition. Fernab aller Parteiprogramme gehe es darum, den Wohlstand Bayerns zu vermehren und Schaden abzuwenden. Dazu gehöre es auch, Grundoptimismus auszustrahlen und nicht nur Probleme zu beschreiben.

Der neue Landtag besteht aus sechs Fraktionen und 205 Abgeordneten. Erstmals war Söder im März zum Ministerpräsidenten gewählt worden. Er folgte vor sieben Monaten auf CSU-Chef Horst Seehofer, der als Bundesinnenminister nach Berlin wechselte.

Noch vor der Wahl des Ministerpräsidenten war es zu einem ersten Rededuell der Fraktionen gekommen. Wie Söder rief CSU-Fraktionschef Thomas Kreuzer dabei alle Parteien zu einem konstruktiven Miteinander auf.

Grünen-Fraktionschefin Katharina Schulze sagte zur neuen Koalition von CSU und Freien Wählern: „Diesem Anfang wohnt in meinen Augen so gar kein Zauber inne. Ein Bündnis der Mutlosen hat sich dafür zusammengetan.“

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