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Aktualisiert vor 3 Minuten.

Brand in Westerstede
Anwohner sollen Fenster und Türen geschlossen halten

Minneapolis /Washington Nach dem Tod des Schwarzen George Floyd bei einem brutalen Polizeieinsatz ist es in mehreren US-Städten zu Protesten und teils schweren Ausschreitungen gekommen. In der Großstadt Minneapolis, wo Floyd zu Tode gekommen war, stürmten Demonstranten in der Nacht zum Freitag (Ortszeit) eine Polizeiwache und entzündeten dort Feuer.

Wache angezündet

Präsident Donald Trump sprach daraufhin eine Drohung aus. „Habe gerade mit Gouverneur Tim Walz gesprochen und ihm gesagt, dass das Militär ganz an seiner Seite steht. Wenn es Schwierigkeiten gibt, werden wir die Kon­trolle übernehmen, aber wenn die Plünderungen beginnen, beginnt das Schießen“, twitterte Trump. „Diese Schlägertypen entehren das Andenken an George Floyd, und das werde ich nicht zulassen.“ Twitter versah kurz darauf den Tweet mit einem Warnhinweis.

Die Polizeiwache in Minneapolis war angesichts der Zusammenstöße zwischen Demonstranten und Polizei evakuiert worden. Wütende Demonstranten hatten den Berichten zufolge Fenster der Wache eingeschlagen, waren über Zäune geklettert und hatten Feuerwerkskörper angezündet. Vor dem Gebäude riefen Dutzende: „Keine Gerechtigkeit, kein Frieden“ (No Justice, no Peace).

Auslöser für die Wut und Empörung der Demonstranten war ein rund zehn Minuten langes Video von Floyds Tod, das sich wie ein Lauffeuer in Sozialen Medien verbreitete: Ein weißer Polizist drückte sein Knie mehrere Minuten lang an den Hals des 46-Jährigen, der wiederholt um Hilfe flehte, bevor er das Bewusstsein verlor. Wiederholt sagte der Afroamerikaner: „Ich kann nicht atmen.“ Er starb kurz danach in einem nahen Krankenhaus. Die insgesamt vier involvierten Polizisten wurden entlassen – einer der an dem brutalen Einsatz beteiligten Polizisten ist nun festgenommen und wegen Mordes angeklagt worden. US-Medien berichteten am Freitag übereinstimmend, es handle sich um den Polizisten, der sein Knie minutenlang an den Hals ­Floyds­ gedrückt hatte. Die Fälle der anderen drei beteiligten Polizisten würden noch untersucht, sagte der zuständige Bezirksstaatsanwalt Mike Freeman am Freitag bei einer Pressekonferenz. So schnell habe seine Behörde in einem vergleichbaren Fall noch nie eine Anklage erhoben, normalerweise dauere das mehrere Monate.

Bei den Protesten in Minneapolis wurde auch ein Team von Journalisten des Nachrichtensenders CNN während einer Live-Übertragung festgenommen. Nach mehreren Stunden kamen sie wieder frei.

Notstand ausgerufen

Trump hatte in einem Tweet auch dem Bürgermeister von Minneapolis „völlige Führungslosigkeit“ vorgeworfen. „Entweder kriegt der sehr schwache Bürgermeister der radikalen Linken, Jacob Frey, die Kurve und bringt die Stadt unter Kontrolle, oder ich schicke die Nationalgarde rein und erledige den Job richtig.“

Minnesotas Gouverneur Walz hatte bereits am Donnerstag einen Notstand für Minneapolis und Umgebung ausgerufen. In seiner Anordnung hieß es, friedliche Demonstrationen seien weiterhin erlaubt. Mehr als 500 Soldaten der Nationalgarde seien entsandt worden. Die Nationalgarde zählt zur Reserve der US-Armee und untersteht in Friedenszeiten der Führung eines Bundesstaats.

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