Düsseldorf (dpa) - Die Entscheidung über ein Ed-Sheeran-Konzert in Düsseldorf ist kurzfristig vertagt worden. Die Planungsdezernentin habe ihre Vorlage zurückgezogen, sagte ein Sprecher des Düsseldorfer Oberbürgermeisters Thomas Geisel (SPD) am Dienstag.

Die für diesen Mittwoch geplante Sitzung des Planungsausschusses finde nicht statt.

Mit der Vertagung gewinnen die Befürworter des Konzerts um Oberbürgermeister Thomas Geisel (SPD) Zeit. Nach Ansicht Geisels droht der Stadt bei einer Absage des Konzerts ein "dramatischer Reputationsschaden". Er kritisierte die CDU-Fraktion. Die hatte am Montagabend beschlossen, dem Konzert die Zustimmung zu verweigern.

"Ich kann keinen sachlichen Grund erkennen, dieser Veranstaltung die Genehmigung zu verweigern", sagte Oberbürgermeister Thomas Geisel (SPD). Das Konzert solle offensichtlich "politischen Erwägungen geopfert" werden. Für Düsseldorf werde so eine "große Chance vertan": Auf dem Gelände der Messeparkplätze solle "die größte urbane Eventfläche Nordrhein-Westfalens" entstehen. Sie sei hervorragend angebunden und bestens geeignet.

Für die Konzertfläche sollen etwa 100 Bäume gefällt werden. Der Eingriff in die Natur sei auf der weitgehend asphaltierten Fläche vergleichsweise gering und werde durch einen Ausgleich mehr als kompensiert, sagte Geisel.

Nach den Grünen hatte am Montagabend auch die Ratsfraktion der CDU entschieden, das Mega-Event mit 85 000 Zuschauern trotz bereits verkaufter Tickets abzulehnen. "Es gibt einfach noch zu viele offene Fragen, die unter dem Druck der Zeit nicht beantwortet werden können", hatte der Düsseldorfer CDU-Chef Thomas Jarzombek gesagt.

Der Konzertveranstalter FKP Scorpio widersprach: Die Planung des Konzerts sei mit genug Vorlauf erfolgt. Die Düsseldorfer Behörden hätten bereits vor Monaten signalisiert, dass das Konzert machbar sei. In mehr als 30 Jahren als Konzertveranstalter habe man nach so einem Signal noch nie eine Absage bekommen.

Der Ausschuss soll nun am 27. Juni zusammentreten. Bis dahin werde man den Wunsch von Kommunalpolitikern nach mehr Informationen erfüllen und eine überarbeitete Vorlage vorlegen. So sollen die Ausschussmitglieder bis dahin alle Auflagen einsehen können.

Es habe in Düsseldorf keine Kompromisse bei der Sicherheit gegeben, betonte ein Sprecher der Feuerwehr. "Wir haben das Loveparade-Unglück hautnah miterlebt. Unsere Forderungen wurden alle erfüllt." Die Situation in Düsseldorf sei mit der in Duisburg nicht vergleichbar. Es gebe keine Engstellen ohne Fluchträume. Bei einem Unwetter stünden Messehallen und Arena als Unterschlupf bereit.

Sheeran ("Perfect") soll nach den bisherigen Plänen am 22. Juli in Düsseldorf vor 85 000 Zuschauern auftreten. Die Tickets sind bereits verkauft. Bislang liegt keine Genehmigung für das Gelände vor.

Auf die Frage, wie denn das Management von Ed Sheeran die Situation wahrnehme, hieß es, dort sei man "irritiert". Es sei auch nicht möglich, das Konzert auf zwei Abende verteilt in die nahegelegene Arena zu verlegen: "Das gibt der Tourplan nicht her", sagte Michael Brill vom Veranstalter D-Live.

Ursprünglich hatte das Konzert auf dem Flughafen Essen/Mülheim stattfinden sollen. Das scheiterte aber dort wegen Nistplätzen der Feldlerche und möglicher Bomben-Blindgänger aus dem Krieg. 

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