Langen /Berlin /Im Nordwesten Drohnen gefährden immer stärker den Luftverkehr: Die Deutsche Flugsicherung hat im vergangenen Jahr 158 Behinderungen des regulären Luftverkehrs durch Drohnen registriert – etwa 80 Prozent mehr als noch 2017. Im Großraum von Flughäfen seien 125 Fälle gemeldet worden, erklärte das bundeseigene Unternehmen in Langen, das für die Flugverkehrskontrolle in Deutschland zuständig ist. Die meisten Störungen gab es am Flughafen Frankfurt/Main (31), gefolgt von Berlin-Tegel (17), München (14) und Hamburg (12). Im bisherigen Rekordjahr 2017 waren 88 Fälle gemeldet worden. In Bremen gab es fünf Störungen – drei mehr als in den beiden Jahren zuvor, wie Ute Otterbein, Sprecherin der Flugsicherung, auf Nachfrage der NWZ mitteilt.

Indes haben die kleineren Flughäfen im Nordwesten keine Probleme mit Drohnen. „In Norddeich und Harle ist uns nichts bekannt“, sagt Klaus Noormann, Prokurist der Regionalfluggesellschaft FLN Frisia-Luftverkehr. Und auch auf den Inseln seien Drohnen kein Thema, bestätigen die Flugleiter.

„Einige Drohnen funktionieren auch gar nicht in der Nähe des Flugplatzes“, sagt Wilfried Werner, Flugleiter auf Langeoog. Ab und zu werde auf der Insel Strand abgespült. „Dann werden Aufnahmen mit Drohnen gemacht – das wird gut abgesprochen und die Drohnen fliegen in geringer Höhe“, erklärt Werner.

In Deutschland sind Drohnenflüge über Arealen wie dem Start- und Landebereich an Flughäfen verboten – ebenso über Menschenmengen, Krankenhäusern, Gefängnissen, Behörden, Bundesstraßen oder Bahnanlagen. Dort, wo es erlaubt ist, müssen die Geräte während des Fluges grundsätzlich in Sichtweite bleiben und dürfen nicht höher fliegen als 100 Meter. Ausnahmen gibt es auf Modellflugplätzen.

Der Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft forderte, die Sicherheitsstandards weiter zu erhöhen. „Wir halten eine Registrierungspflicht für Drohnen und ihre Eigentümer für erforderlich, damit Verantwortung klar zugewiesen werden kann“, erklärte Hauptgeschäftsführer Matthias von Randow. Drohnen sollten zudem mit einer Technik ausgestattet werden, die sie für Behörden und andere Luftfahrzeuge identifizierbar macht, etwa mit einem Transponder. Falls es doch zu einem missbräuchlichen Einsatz von Drohnen im Flughafenumfeld komme, „sollten die zuständigen Behörden von den Möglichkeiten einer aktiven Drohnenabwehr Gebrauch machen“.

Ellen Kranz Redakteurin / Regionalredaktion
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

NWZONLINE-NEWSLETTER

Ja, ich möchte den täglichen NWZonline-Newsletter erhalten.
Meine E-Mail wird nur zu diesem Zweck verwendet.
Einwilligung jederzeit wider­rufbar, Abmeldelink in jeder E-Mail. Die Datenschutz­erklärung habe ich zur Kenntnis genommen.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.