Kiew /Donezk Der Ton im Ukraine-Konflikt wird schärfer. US-Außenminister John Kerry hielt Russland vor, die „umfangreichste Propaganda-Übung“ zu betreiben, die er seit dem Höhepunkt des Kalten Krieges beobachtet habe. Kerry warf der russischen Regierung vor, wiederholt über ihr Handeln in der Ostukraine gelogen zu haben.

Zudem entsendet Großbritannien Soldaten als Ausbilder in das Bürgerkriegsland. Das kündigte Premierminister David Cameron an. Nach Informationen der britischen Nachrichtenagentur PA sollen bis zu 75 Soldaten und Militärangehörige in Marsch gesetzt werden.

Die Entsendung deutscher Militärausbilder stehe nicht auf der Tagesordnung, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Mittwoch in Berlin. Nach Angaben des Berliner Innenministeriums gibt es auch keine Pläne zur Entsendung von Polizeiausbildern.

Die Grünen-Fraktionsvorsitzende im Europaparlament, Rebecca Harms, äußerte Verständnis für Camerons Pläne. Man könne nicht länger zuschauen, wie nicht ausgebildete junge Männer der Armee einem gut ausgestatteten Separatistenheer gegenüberstünden.

Cameron hatte versichert, britische Soldaten würden nicht in der Kampfzone im Osten eingesetzt werden. Er hatte zudem hinzugefügt, es müsse eine diplomatische Lösung geben. „Wir glauben nicht, dass es eine militärische Lösung hierfür gibt.“

In Russland lösten die Pläne Empörung aus. Die von Premierminister David Cameron angekündigte Maßnahme beweise, dass die Nato bereits am Ukraine-Konflikt beteiligt sei, kritisierte der russische Botschafter in London, Alexander Jakowenko.

Aufmerksam beobachtet wurde in Moskau die Teilnahme von US-Soldaten an einer Militärparade zum Nationalfeiertag in Estland am Dienstag. Dabei fuhren auch Kampffahrzeuge mit US-Flaggen auf. Allerdings ist die Teilnahme von Nato-Soldaten an derartigen Paraden in Estland nicht ungewöhnlich. Wegen der Ukrainekrise hat die Nato ihre Präsenz in den baltischen Ex-Sowjetrepubliken verstärkt.

Der russische Außenminister Sergej Lawrow rief die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) auf, sich stärker für die Überwachung der in Minsk beschlossenen Friedensschritte einzusetzen. Die prorussischen Separatisten im Kriegsgebiet werfen der Organisation vor, den Abzug schwerer Waffen von der Front nicht ausreichend zu beobachten.

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