Jerusalem /Oldenburg Am 14. Mai 1948 erklärte David Ben Gurion, Israels erster Ministerpräsident, die Unabhängigkeit des Staates Israel. Feiertage werden in Israel nach dem jüdischen Kalender begangen. Die Unabhängigkeitserklärung fand am 5. Ijjar 5708 statt. Der 5. Ijjar fällt in diesem Jahr auf den 19. April.

Tausende Menschen gingen damals, vor 70 Jahren, auf die Straßen und feierten. Doch schon einen Tag später wurde der gerade geborene Staat von seinen arabischen Nachbarn angegriffen. Dies war der Beginn des Unabhängigkeitskrieges. Es war leider nur der erste von mehreren Kriegen. Immer wieder musste der jüdische Staat um sein Existenzrecht kämpfen. Auch heute, 70 Jahre nach Staatsgründung, ist dieser Kampf noch nicht beendet.

Der in Oldenburg geborne Björn Ihle (52) lebt seit fast 30 Jahren als Dov Eilon in Israel. Der studierte Musiker war 22 Jahre beim Israelischen TV tätig. Seit zwei Jahren Jahren ist er als Journalist bei der deutschsprachigen Nachrichtenagentur „Israel Heute“ mit Sitz in Jerusalem für die Internetseite verantwortlich und schreibt auch für das Magazin der Agentur. Björn Ihle lebt mit seiner Frau und drei Kindern in der Stadt Modiin zwischen Tel Aviv und Jerusalem. Den Kontakt zu seiner Heimatstadt hält er bis heute aufrecht. Foto: privat

Als ich vor fast 30 Jahren meinen jüdischen Wurzeln folgte und nach Israel kam, war ich voller Optimismus, dass Israel bald sein Ziel erreichen und in Frieden mit seinen Nachbarn leben wird. „Das kann doch nicht so schwierig sein“, dachte ich mir. Doch je länger ich im Land war, desto mehr wurde mir bewusst, dass es nicht so einfach ist, wie es vielleicht für einen Außenstehenden aussehen mag. Noch immer hat die Organisation Hamas das Ziel, die Juden aus dem Land zu vertreiben, den Staat Israel auszulöschen. Immer wieder hört man ihre Führer das sagen. Wir haben gelernt, mit dieser ständigen Bedrohung zu leben, so unmöglich es für den Leser erscheinen mag. Auch haben wir uns an die ständige Kritik aus Europa und der UNO gewöhnt, die immer erst dann kommt, wenn Israel auf einen arabischen Terroranschlag gegen Israelis reagiert, anstatt den Anschlag selbst zu kritisieren.

Es ist uns klar, dass wir uns nur auf uns selbst verlassen können.

Israel hat sich in seinen 70 Jahren enorm entwickelt. Heute wird Israel oft als Start-Up-Nation bezeichnet. Ja, wir Israelis sind stolz auf unser Land. Auch wenn wir nicht immer einer Meinung sind, wenn es darauf ankommt, sind wir alle vereint.

Es gibt ein Lied aus einem hier sehr bekannten israelischem Musical mit dem Namen „Kazablan“, in dem die Geschichte jüdischer Einwanderer verschiedener Herkunft im Jerusalem der 50er Jahre dargestellt wird. „Wir alle sind Juden“, heißt es in dem Lied – ganz egal, von wo wir herkommen. Und genau das scheint es zu sein, was uns zusammenhält. Auch ich empfinde das so, trotz der großen Unterschiede zwischen ultra-orthodoxen, religiösen und den nicht-religiösen Juden. Der größte Teil dieser nicht-religiösen Juden, unter die auch ich zu rechnen bin, fastet aber am Jom Kippur, dem höchsten jüdischen Feiertag. Denn: „Wir alle sind Juden.“

Einem Tag vor dem Unabhängigkeitstag gedenken wir in Israel der gefallenen Soldaten und der Opfer der Terroranschläge. Danach geht die Trauer dann in die Freude über den Geburtstag des Staates Israel über. Am Unabhängigkeitstag geht ganz Israel seinem „Nationalsport“ nach: Es wird gegrillt. Überall. Dafür ist jedes Stück Wiese gut. Die Parks sind an diesem Tag überfüllt. Am Strand von Tel Aviv kann man am Himmel die Flugparade der Luftwaffe bewundern, im Fernsehen findet der jährliche Torah-Wettbewerb für junge Juden aus der ganzen Welt statt.

Auch wir werden, wie in jedem Jahr, den Geburtstag unseres Landes feiern, voller Hoffnung, irgendwann vielleicht doch in Frieden mit unseren Nachbarn leben zu können. Dass dies möglich ist, hat uns im Jahr 1979 der damalige Ministerpräsident Menachem Begin gezeigt, als er das Friedensabkommen mit Ägypten, einem früheren Erzfeind Israels, unterzeichnete.

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