Jerusalem Mord! Terror! Raketenbeschuss! Krieg! Diese und andere negative Schlagworte kommen in den meisten Fällen prominent vor, wenn aus Nahost berichtet wird. Jahrzehntelang gab es kaum Hoffnungsschimmer, dass die Region friedlicher wird – im Gegenteil. Gerade das letzte Jahrzehnt brachte die unmenschliche Terrororganisation ISIS hervor, offenbarte das aggressive Vorgehen der iranischen Revolutionsgarden in der gesamten Region und veranschaulicht uns täglich, dass Erdogan von einem neuen osmanischen Reich träumt und bereit ist, im wahrsten Sinne des Wortes über Leichen zu gehen, um seine Vision durchzusetzen.

Doch der Abend des 13. August 2020 (mein Geburtstag!) brachte den so sehr ersehnten Wendepunkt, als Israel und die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) bekannt gegeben haben, dass sie eine Normalisierung der Beziehungen wollen. Auf gut Deutsch: Frieden.

Arye Sharuz Shalicar ist ein deutsch-persisch-israelischer Schriftsteller und Mitarbeiter der israelischen Regierung. (Foto: privat)
Nach so vielen Jahren der Negativschlagzeilen geht es seit rund drei Wochen in erster Linie um Frieden, um wirtschaftliche Beziehungen, um eine stärkere Kooperation gegen Terror. Es geht um Freundschaft! Interessanterweise haben viele deutsche Medien kaum darüber berichtet, und wenn sie sich schon die „Mühe“ gemacht haben, diese neue positive Entwicklung zu besprechen, dann wurde es teilweise aus der Perspektive der Palästinenser dargestellt, die sich gegen eine Annäherung der arabischen Welt an Israel aussprechen, statt mit auf den Zug aufzuspringen. Bestimmte Medien, wie der „Deutschlandfunk“ und die „Frankfurter Rundschau“, berichten leider nicht objektiv und professionell aus und über Nahost, sondern führen sich oft wie ein Sprachrohr der palästinensischen Führung in Ramallah auf.

Doch wem hilf diese Vorgehensweise eigentlich? Niemandem! Denn Israel als ewigen Täter hinzustellen, erinnert mich an dunkle Zeiten in Deutschland, in denen der Jude als das Böse dargestellt wurde. Der moderaten arabischen Welt, wie der VAE tut man damit auch keinen Gefallen. Wer sich gegen die Moderaten einsetzt, auf welchem Weg auch immer, spielt in der Regel den Extremisten in die Hände.

Schlussendlich tut man auch den Palästinensern keinen Gefallen, wenn man sie in ihrer Friedensverweigerer-Attitude stärkt, denn sie bleiben zurück, während sowohl die moderate arabische Welt als auch Israel in die Zukunft sprinten.

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