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Kairo Nach der Verbreitung eines Fotos einer offenbar auf ägyptischem Territorium enthaupteten IS-Geisel wollen Kroatien und Ägypten klären, ob es sich bei dem Getöteten um den 30-jährigen Tomislav Salopek handelt. Ministerpräsident Zoran Milanovic sagte am Mittwoch, er könne nicht zu 100 Prozent bestätigen, dass Salopek getötet worden sei. Eine Bestätigung könne es aber möglicherweise erst in einigen Tagen geben.

Staatspräsidentin Kolinda Grabar-Kitarovic sprach von „Momenten tiefer Unsicherheit“. Ihr Land, versicherte sie wie auch Milanovic, werde die Suche nach Salopek nicht aufgeben, solange es einen Hoffnungsschimmer gebe. Ägyptens Außenminister Samih Schukri erklärte auf der Facebook-Seite seines Ministeriums, die Behörden seines Landes arbeiteten daran, die Echtheit der Behauptungen des ägyptischen Ablegers der Terrormiliz Islamischer Staat zu prüfen.

In dem ostkroatischen Heimatort von Salopek, Vrpolje, versuchten die Einwohner, die Hoffnung nicht aufzugeben, dass der 30-Jährige doch noch lebt. „Nichts ist bewiesen“, sagte etwa Goran Blazanovic. „Wir hoffen, dass er zurück nach Hause zu seiner Ehefrau und seinen Kindern kommt.“

Das Foto, das den vom ägyptischen IS-Ableger geköpften Kroaten zeigen soll, wurde am Mittwoch auf den Seiten von Sympathisanten der Terrormiliz in sozialen Netzwerken veröffentlicht. Die Leiche auf dem Bild trägt denselben beigen Overall, den Salopek in einem Video von vergangener Woche getragen hatte. Auch von der Optik her ähnelt das Standbild den Videoaufnahmen. Im Sand neben dem Toten sind die schwarze Flagge des IS und ein Messer zu sehen. Im Bildtext hieß es, der Kroate sei wegen der Beteiligung seines Landes am Krieg gegen den IS getötet worden. Kroatien beteiligte sich am Einsatz im Irak und ist auch immer noch mit einigen Soldaten in Afghanistan vertreten.

Der IS-Ableger hatte in dem vorherigen Video eine Frist bis vergangenen Freitag gesetzt, bis zu der die Regierung in Kairo weibliche islamistische Häftlinge freilassen sollte. Ansonsten werde die Gruppe den zweifachen Familienvater töten, hieß es. Salopek war am 22. Juli westlich von Kairo entführt worden. Er arbeitete für das französische Unternehmen CGG Ardiseis, das in Ägypten nach neuen Gas- und Ölquellen sucht.

Der Fall dürfte auch zu Unruhe unter anderen ausländischen Unternehmen führen, die in Ägypten aktiv sind. Präsident Abdel-Fattah al-Sisi versucht, nach den Unruhen der vergangenen Jahre wieder verstärkt Investoren ins Land zu locken. Gegen die Extremisten führt das Militär vor allem auf der Sinai-Halbinsel eine opferreiche Offensive.

Sollte Salopek tatsächlich getötet worden sein, wäre er die erste IS-Geisel, die in Ägypten geköpft wurde. In Propagandavideos hatte der IS in Syrien bereits die Enthauptung mehrerer westlicher Geiseln gezeigt. Die erste war im vergangenen August der amerikanische Journalist James Foley. Nach ihm wurden auch die britischen Entwicklungshelfer David Haines und Alan Henning, der Amerikaner Peter Kassig sowie die Japaner Harun Yukawa und Kenji Goto geköpft.

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