Fulda /Berlin Wenige Wochen nach den massiven Kita-Streiks in Deutschland müssen Eltern von Kleinkindern wieder damit rechnen, bald vor verschlossenen Türen zu stehen. Am Sonnabend erklärte der Vorsitzende der Dienstleistungsgewerkschaft „Verdi“, Frank Bsirske, die Schlichtung für insgesamt rund 240 000 Erzieher und Sozialarbeiter für gescheitert. Er fügte hinzu: „Der Streik wird fortgesetzt“– falls die Arbeitgeber nicht kräftig nachlegen.

Die Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) wies die Forderung jedoch umgehend zurück. Die nächsten Verhandlungen sind an diesem Donnerstag im hessischen Offenbach.

Der Ende Juni vom sächsischen Ex-Ministerpräsidenten Georg Milbradt (CDU) und dem einstigen Hannoveraner Oberbürgermeister Herbert Schmalstieg (SPD) vorgeschlagene Schlichterspruch liegt relativ weit von den Vorstellungen der Gewerkschaften entfernt. Diese hatten eine Aufwertung der Beschäftigten im Sozial- und Erziehungsdienst durch bessere Eingruppierungen gefordert – im Schnitt etwa zehn Prozent Plus. Die Gewerkschaftsfunktionäre stimmten dem Schlichterspruch zwar seinerzeit zu, mussten aber erkennen, dass es an ihrer Basis großen Widerstand gibt.

Knapp 70 Prozent der betroffenen „Verdi“-Mitglieder lehnten nun in einer Befragung den Schlichterspruch ab, der zwischen 2,0 und 4,5 Prozent mehr Geld vorsah. „Das ist ein absolut klares Signal an die eigene Gewerkschaft und auch an die Arbeitgeber“, sagte Bsirske in Fulda.

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