Im Nordwesten Die Überraschung am Dienstagabend war groß. Wohl nur wenige hatten damit gerechnet, dass die CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer neue Verteidigungsministerin wird. Am Mittwoch ließen die Reaktionen nicht lange auf sich warten. In Berlin hagelte es Kritik von der Opposition. Grünen-Fraktionschef Anton Hofreiter vermutet hinter der Entscheidung taktische Motive. Die FDP-Bundestagsabgeordnete Marie-Agnes Strack-Zimmermann sieht die Glaubwürdigkeit Kramp-Karrenbauers vom Start weg als beschädigt an. Politiker und Experten aus dem Oldenburger Land reagierten unterschiedlich auf Kramp-Karrenbauers Ernennung.

Rückendeckung gibt es aus der eigenen Partei: „Mit der zügigen Besetzung und der Bereitschaft von Annegret Kramp-Karrenbauer, mit ihrer Erfahrung als Ministerin und Ministerpräsidentin sowie als Parteivorsitzende dieses wichtige Amt zu übernehmen, zeigt die CDU Handlungsfähigkeit und sendet zudem ein klares Zeichen der Verantwortung an die Bundeswehr“, sagt der CDU-Bundestagsabgeordnete Stephan Albani (Oldenburg/Ammerland) und fügt hinzu: „Umfangreiche Personalwechsel in Zeiten großer Herausforderungen wären hier nicht hilfreich gewesen.“

Auch die CDU-Bundestagsabgeordnete Silvia Breher (Löningen) spricht Kramp-Karrenbauer ihr „volles Vertrauen“ aus: „In der Politik gehört es dazu, Verantwortung zu übernehmen.“

Die SPD-Bundestagsabgeordneten Siemtje Möller (Varel, Mitglied im Verteidigungsausschuss) und Dennis Rohde (Oldenburg, stellvertretendes Mitglied im Verteidigungsausschuss) sehen in der Ernennung auch eine große Aufgabe. „Annegret Kramp-Karrenbauer wird sich nun in diesem sehr anspruchsvollen Ministeramt beweisen müssen, und sie muss zeigen, dass sie was von Sicherheits- und Verteidigungspolitik versteht“, sagt Möller. Rohde erklärt: „Nach ihren bisherigen Aussagen hat mich der Schritt von Annegret Kramp-Karrenbauer überrascht. Ich will sie an Inhalten messen: Weniger externe Berater, schnellere Abarbeitung der Rüstungsvorhaben und eine konsequente Aufklärung der Fehler ihrer Vorgängerin, insbesondere in der Berateraffäre.“

Der frühere Wehrbeauftragte Reinhold Robbe (SPD/Bunde) erklärte: „Den jetzt oft gehörten Einwand, die neue Verteidigungsministerin habe keine Fachkenntnisse, lasse ich nicht gelten. Frau Kramp-Karrenbauer war Ministerpräsidentin und kann die neue Aufgabe ohne Weiteres bewältigen, wenn sie Klugheit und Weitsicht beherzigt.“

Zustimmung auch von den Soldaten: „Ich finde es klasse, dass Frau Kramp-Karrenbauer bei ihrer Antrittsrede den Frauen und Männern der Bundeswehr zuerkennt, dass ,sie höchste politische Priorität verdienen‘“, sagt Oberstleutnant Stephan Wessel, 1. Panzerdivision Oldenburg. „Ich wünsche mir, um es in der Fußballersprache zu sagen, dass sie den Ball, den Frau von der Leyen im Spielfeld gut positioniert hat, nun schnell und entschlossen verwertet.“

Ellen Kranz Redakteurin / Regionalredaktion
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