Houston Als Barbara Bush am 20. Januar 1989 an der Seite ihres frisch vereidigten Mannes George H. W. Bush (heute 93) zum Weißen Haus schritt, tat die First Lady etwas Unerwartetes. Sie eilte auf einen Reporter zu, tippte ihn an und drückte ihm einen Kuss auf den Mund. Viele Jahre später sagte sie über die Szene, sie habe den Mann nicht gekannt, aber er habe so einen fröhlichen Gesichtsausdruck gehabt.

Diese souveräne und herzliche Art war es, mit der sie während der Amtszeit die menschliche Seite der Bush-Präsidentschaft verkörperte. Ihr silberweißes Haar, die Perlenkette und ihr unprätentiöser Umgang brachten ihr schnell die Rolle als „Jedermanns Großmutter“ ein. Am Dienstag ist Barbara Bush im Alter von 92 Jahren gestorben.

Die Tochter eines millionenschweren Zeitschriftenverlegers aus einer Kleinstadt im Staat New York war gerade 16 Jahre alt, als sie ihrem zukünftigen Mann bei einer Tanzveranstaltung begegnete. Kurz bevor George als Pilot in den Zweiten Weltkrieg zog, verlobten sich die beiden – und heirateten im letzten Kriegsjahr 1945, nachdem er über dem Pazifik abgeschossen worden war und heimkehrte. Ihr Studium am renommierten Smith College im Staat Massachusetts hatte sie abgebrochen.

Von dort an widmete sie ihre Kraft und Zeit ganz der Familie und den politischen Zielen ihres Mannes. Das Paar zog oft um, Bush war Botschafter bei den Vereinten Nationen, Diplomat in China und CIA-Direktor, bevor er 1988 ins höchste Amt der USA gewählt wurde.

In kontroversen politischen Debatten hielt sich Barbara Bush eher zurück. Ihr Einfluss endete aber keineswegs bei der Gestaltung des Rosengartens: Bush engagierte sich in sozialen Projekten, etwa im Kampf gegen Obdachlosigkeit und Aids. In einem Krankenhaus für Krebspatienten wusch sie Kranke und kümmerte sich um die Sterbenden.

Bush war Mutter von sechs Kindern, von denen eines im Alter von drei Jahren an Leukämie gestorben ist. Ihr ältester Sohn George W. Bush trat in die Fußstapfen seines Vaters und wurde 2001 US-Präsident. Bei der Vereidigung stand Mutter Barbara der Stolz ins Gesicht geschrieben.

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