Hongkong Nur Stunden nach ihrer Festnahme sind zwei prominente Aktivisten der regierungskritischen Protestbewegung in Hongkong wieder frei gekommen. Sie wollten weiter für die Wahrung der Bürgerrechte und mehr Demokratie kämpfen, versicherten Joshua Wong und Agnes Chow am Freitag vor Reportern. Die beiden kamen gegen Zahlung einer Kaution frei, teilte ihre Partei Demosisto mit, die sich für die Selbstbestimmung Hongkongs gegenüber China ausspricht.

Chow warf Peking und der china-treuen Regierung Hongkongs vor, die Teilnehmer der Proteste einschüchtern zu wollen. „Aber die Menschen werden nicht aufgeben oder sich Angst machen lassen“, sagte sie.

Den beiden Aktivisten wird vorgeworfen, andere zur Teilnahme an einer illegalen Versammlung in der chinesischen Sonderverwaltungszone am 21. Juni animiert und selbst daran teilgenommen zu haben. Wong muss sich auch für die Organisation der Demonstration verantworten. Der 22 Jahre alte international bekannte Bürgerrechtler war am Freitag auf dem Weg zur U-Bahn festgenommen und auf eine Polizeiwache gebracht worden. Chow war ebenfalls aufgegriffen worden.

Das waren nur zwei von mehreren Festnahmen in jüngster Zeit. Bereits am Donnerstagabend war auch der Anführer der verbotenen Unabhängigkeitspartei Hong Kong National Party, Andy Chan, am Flughafen festgenommen worden, er wollte nach Japan fliegen. Laut der „Hong Kong Free Press“ werden ihm Teilnahme an Krawallen und ein tätlicher Angriff auf einen Polizisten vorgeworfen.

Seit dem 9. Juni kommt es in Hongkong immer wieder zu Protesten, die oft mit Zusammenstößen zwischen einem kleinen Teil der Demonstranten und der Polizei endeten. Die Protestbewegung befürchtet steigenden Einfluss der chinesischen Regierung auf Hongkong.

Die ursprünglich für Samstag geplanten Proteste wurden nach den Festnahmen abgesagt. Zuvor hatte das Protestbündnis Civil Human Rights Front Einspruch gegen ein polizeiliches Verbot des Marsches eingelegt. Der Einspruch war aber abgelehnt worden, sagte Mitorganisatorin Bonnie Leung. „Wir können die Sicherheit der Teilnehmer nicht mehr garantieren“, sagte sie.

Ob sich dennoch einige hartgesottene Demonstranten am Wochenende auf die Straße wagen würden, ist ungewiss. Wong ging am Freitag davon aus, dass es dennoch Proteste geben würde. „Ob sie die Kundgebung verbieten oder nicht, ob sie mich festnehmen oder nicht, die Leute werden trotzdem (zu den Protesten) nach Hongkong kommen“, sagte er.

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