Versorgung In Niedersachsen
Weil verteidigt Quote für mehr Landärzte

Die Landarztquote bleibt ein Streitthema. Regierungschef Weil (SPD) macht Druck, Wissenschaftsminister Thümler (CDU) aus Berne hat indes verfassungsrechtliche Bedenken. Doch es gibt auch andere Vorschläge für mehr Landärzte.

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Aussterbende Gattung: Ein Landarzt misst bei einem Patienten den Blutdruck.Bild: imago
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Stephan WeilBild: Dittrich/dpa
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Hannover Im Streit mit dem Koalitionspartner CDU hat der niedersächsische Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) seine Pläne für eine Landarztquote verteidigt. „Überall im ländlichen Raum in Niedersachsen ist die medizinische Versorgung ein ganz wichtiges Thema“, betonte Weil am Donnerstag im Vorfeld der Landtagsdebatte und fügte hinzu: „Wir haben innerhalb der Koalition an dieser Stelle noch unterschiedliche Akzente. Dass ich persönlich gegenüber der Landarzt-Quote offen bin, ist bekannt. Wir müssen das Problem lösen, denn für die Lebensqualität im ländlichen Raum ist die ärztliche Versorgung von entscheidender Bedeutung, deswegen darf man an der Stelle nichts anbrennen lassen.“

Wissenschaftsminister Björn Thümler (CDU) aus Berne (Wesermarsch) sperrt sich indes weiter gegen die Landarztquote, die er für „verfassungsrechtlich bedenklich“ hält.

Auch die aus Leer stammende Landtagsabgeordnete Meta Janssen-Kucz (Grüne), nennt die Sicherstellung der medizinischen Versorgung in einem Flächenland wie Niedersachsen „eine große Herausforderung“. Schon heute seien 364 Hausarztsitze in Niedersachsen nicht besetzt. In den kommenden Jahren gingen 1000 der gegenwärtig rund 5100 Hausärzte in den Ruhestand. Janssen-Kucz befürwortet das Modell der Gesundheitsregionen. Mittlerweile seien 35 Landkreise und kreisfreie Städte in Niedersachsen Gesundheitsregion und arbeiteten vor Ort mit allen relevanten Akteuren in Gesundheitskonferenzen an regionalen Lösungen.

Dr. Tilo Brunnée, Hausarzt aus Bad Zwischenahn, setzt auf eine praxisnahe Ausbildung wie an der Oldenburger European Medical School, wo Studenten schon von Beginn an in die Praxen gehen, um mehr Mediziner für das Landarzt-Dasein zu gewinnen.

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