Hannover /Varel Hausärzte und Krankenkassen verzeichnen in der Corona-Pandemie eine höhere Nachfrage nach Grippe-Impfungen. Bestellt wurden die Dosen aber schon im Januar, weshalb der Impfstoff regional knapp wird. Wir geben einen Überblick, wer sich impfen lassen sollte und was es zu beachten gibt.

Wie steht es um die Versorgung mit Impfstoff?

Nach Angaben der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen sind die ersten 1,2 Millionen Impfstoffdosen im Land bereits ausgeliefert – von ursprünglich rund 1,4 Millionen Dosen. „Wer jetzt keine Impfung bekommt, sollte sich etwas gedulden – wir rechnen mit Nachschub“, sagte ein Sprecher. Dem Bund sei es gelungen, noch Impfstoff aufzutreiben, bis Mitte November könnten damit insgesamt 2,5 bis 2,6 Millionen Impfstoffdosen zur Verfügung stehen. Klare Angaben zur Menge und zum Lieferzeitpunkt gebe es aber bisher nicht.

Laut dem stellvertretenden Landesvorsitzenden des Hausärzteverbandes, Jens Wagenknecht (Varel), erwarte man in Niedersachsen zusätzlich etwa eine Million Impfdosen bis Mitte oder Ende November. Dem Landesgesundheitsministerium zufolge sind vom Bund beschaffte sechs Millionen Impfdosen für das gesamte Bundesgebiet noch nicht ausgeliefert worden.

Wer sollte sich impfen lassen?

Die Ständige Impfkommission des Bundes empfiehlt vor allem Menschen über 60, Schwangeren und chronisch Kranken, sich gegen die Grippe impfen zu lassen. Aber auch medizinisches Personal und Menschen, die Risikopatienten in ihrem Umfeld anstecken könnten, sollten sich impfen lassen. Ebenso Menschen, die viel Kontakt zu anderen Menschen und damit ein höheres Risiko haben, sich und andere anzustecken.

Die Krankenkassen übernehmen die Impfkosten für alle, denen sie von der Kommission empfohlen wird. Einige Krankenkassen bieten laut Ministerium allen Versicherten die Kostenübernahme an.

Und wenn man keine Impfung mehr bekommt?

Es gebe eigentlich keinen Grund zur Verunsicherung, sagte Wagenknecht. Bundesweit gebe es 27 Millionen Impfstoffdosen. Würden alle gespritzt, hätte es das Virus schwer, sich auszubreiten, weil etwa ein Drittel der Bevölkerung geschützt sei.

Außerdem: „Wenn wir uns an die Corona-Maßnahmen halten, beugen wir auch der Influenza vor.“

Soll in Apotheken geimpft werden?

Das soll laut Ministerium voraussichtlich ab Mitte bis Ende November geschehen. Bereits im September hätten theoretische Schulungen für Apotheker begonnen, in dieser Woche starte der praktische Teil, sagte eine Sprecherin der Apothekerkammer. Weitere Schulungen seien für November und Dezember geplant.

Nach Einschätzung von Wagenknecht gibt es genug Impfstellen, die Apotheken werden dafür aus seiner Sicht nicht gebraucht. Die Verfügbarkeit des Impfstoffes werde damit nicht verbessert. Er räumte allerdings ein, dass das Thema zwischen Ärzten und Apothekern ein heißes Eisen sei – dabei gehe es immer um die Zuordnung von Kompetenzen, Haftungsfragen und am Ende auch um Geld.

NWZonline.de/gesundheit
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