Hannover Das öffentliche Leben wird von Montag an auch in Niedersachsen und Bremen wegen der Corona-Pandemie wieder stark heruntergefahren. Die harten Maßnahmen stoßen vor allem in der Wirtschaft auf Bedenken. „Die Bundesregierung und die Ministerpräsidenten gehen einen risikoreichen Weg“, kritisierte der Unternehmerverband Niedersachsenmetall. Ein Großteil des Mittelstands stehe bereits auf der Kippe, jedes zweite Unternehmen allein in der niedersächsischen Metall- und Elektroindustrie stecke in den roten Zahlen. „Für manche Unternehmen wird sich in den kommenden Wochen mehr denn je die Existenzfrage stellen“, sagte der IHK-Hauptgeschäftsführer in Osnabrück, Marco Graf.

Lesen Sie auch:
Restaurants, Kinos und Co.  schließen – Keine touristischen Reisen
Corona-Lockdown ab Montag
Restaurants, Kinos und Co. schließen – Keine touristischen Reisen

Der Landtag in Hannover will nach Worten von Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) am Freitagmittag in einer Sondersitzung zusammenkommen, um über die aktuelle Lage zu beraten. Einen Tag später will auch die Bürgerschaft in Bremen darüber diskutieren.

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten hatten sich am Mittwoch auf die einschneidendsten Schritte seit dem großen Lockdown im Frühjahr geeinigt. So sollen unter anderem Hotels, Restaurants, Kinos und Theater ab dem kommenden Montag für den gesamten Monat November schließen.

Lesen Sie auch:
Höchstwert bei Corona-Todesfällen auch in Niedersachsen
Corona-Liveblog für den Nordwesten
Höchstwert bei Corona-Todesfällen auch in Niedersachsen

In Niedersachsen sollen aber Schulen und Kindergärten möglichst uneingeschränkt geöffnet bleiben. „Neben dem Schutz von Leben und Gesundheit bei immer mehr Menschen ist es unser vordringlicher Wunsch, so lange wie irgend möglich Krippen, Kitas und Schulen im Präsenzbetrieb zu halten und den größten Teil der Wirtschaftsunternehmen weiterlaufen zu lassen“, sagte Weil. „Wir haben jetzt noch die Chance, die Infektionsdynamik zu durchbrechen und in der Weihnachtszeit wieder halbwegs normale Verhältnisse zu haben.“

Der Regierungschef betonte, die Lage sei ernst, wenn nicht sogar bedrohlich, in Niedersachsen aber immer noch entspannter als anderswo. Das Land sei bei den Fallzahlen 30 Prozent unter dem Bundesdurchschnitt. Trotzdem würden auch hier die Werte deutlich nach oben gehen. „Immer größere Teile unserer Landkarte sind rot.“

In Niedersachsen stieg die Zahl der Neuinfektionen zuletzt auf einen Rekordwert. Von den 45 Landkreisen und kreisfreien Städten in Niedersachsen gelten inzwischen 19 als Hotspot. Das Land will den Kommunen nun bis zu 1200 Landesbeamte zur Kontaktnachverfolgung bei Corona-Infizierten zur Verfügung stellen.

Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.