Hannover Niedersachsens Landtagspräsidentin Gabriele Andretta hat die Universität Göttingen aufgerufen, den Streit über die geplatzte Präsidentenwahl zu beenden. „Ich bin in tiefer Sorge über die aktuellen Entwicklungen“, sagte die SPD-Politikerin, die selbst in Göttingen studiert und promoviert hat, der Nachrichtenagentur dpa in Hannover. „Ich appelliere an alle Verantwortlichen, insbesondere an den Senat, dieses Hickhack zu beenden und nach konstruktiven Lösungen zu suchen, die dem enormen, auch internationalen Renommee der Universität Göttingen gerecht werden, damit hier nicht weiter Schaden angerichtet wird.“

Der im Juni zum Göttinger Uni-Präsidenten gewählte Wirtschaftswissenschaftler Sascha Spoun hatte nach wochenlanger Kritik mitgeteilt, dass er für das Amt nicht mehr zur Verfügung stehe und Präsident der Leuphana Universität in Lüneburg bleibe. Am Wahl-Verfahren hatte es aus der Göttinger Professorenschaft anhaltenden Widerstand gegeben, zwei unterlegene Bewerber zogen vor Gericht. Am Donnerstag trat daraufhin der Vorsitzende des Stiftungsrats, Wilhelm Krull, zurück.

Am 20. Juni hatte die Universität Göttingen mitgeteilt, der Senat habe „mit großer Mehrheit“ beschlossen, dass Spoun das Präsidentenamt 2020 von Ulrike Beisiegel übernehmen soll. Doch wenige Tage später berichtete das „Göttinger Tageblatt“, 93 Professoren aus acht Fakultäten hätten noch am Wahltag die Verschiebung der Wahl gefordert und die Abläufe kritisiert. Denn vor neun Jahren habe die Uni-Öffentlichkeit Beisiegel als Bewerberin kennenlernen können. Diesmal fühlten sich einige demnach vor vollendete Tatsachen gestellt.

„Es wird darum gehen, die vakant gewordenen Positionen sowohl des Präsidenten oder der Präsidentin als auch des Stiftungsausschussvorsitzenden neu zu besetzen“, sagte Andretta. „Hier hoffe ich, dass zügig die notwendigen Schritte eingeleitet werden.“ Die 58-Jährige hatte in Göttingen Sozialwissenschaften, Volkswirtschaftslehre und Psychologie studiert.

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