Hannover /Oldenburg Mit ihrer personellen Verstärkung um 1200 Kolleginnen und Kollegen bis Ende 2022 will die Polizei in Niedersachsen nicht nur ihre Präsenz auf der Straße erhöhen, sondern verstärkt auch die Clan- und Bandenkriminalität sowie kriminelle Machenschaften im Internet (Cybercrime) bekämpfen. „Wir reagieren darauf, dass es immer mehr digitale Spuren gibt, die bei der Ermittlungsarbeit ausgewertet und analysiert werden müssen. Zudem erfolgt künftig eine Bündelung der Bearbeitung digitaler Spuren mit der klassischen Kriminaltechnik in einem neuen Fachkommissariat“, betonte Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius am Donnerstag.

Gleichzeitig stellte der SPD-Politiker, der sich aktuell auch um das Amt des SPD-Bundesvorsitzenden bewirbt, fest, dass die Kriminalität in Niedersachsen weiterhin rückläufig ist. Der Rückgang der Vorjahre habe sich im ersten Halbjahr 2019 fortgesetzt.

2018 sei die Zahl der registrierten Straftaten pro 100 000 Einwohner in Niedersachsen bereits auf den niedrigsten Wert seit 1980 gesunken. Der Rückgang der Straftaten im Vergleich mit 2017 hatte bei knapp vier Prozent gelegen. Kräftig zurück gingen vor allem Wohnungseinbrüche sowie Mord und Totschlag.

Trotz dieser Erfolge hält es auch der Oldenburger Polizeipräsident Johann Kühme 15 Jahre nach der letzten Reform für „sinnvoll, bestehende Strukturen zu überprüfen“. Im Grundsatz hat sich die Behördenstruktur laut Kühme in den vergangenen Jahren bewährt. „Daher finde ich es richtig, dass jetzt nicht die gesamte Struktur infrage gestellt wird, sondern die strategische Organisationsanpassung der Landespolizei sich gezielt Schwerpunkten widmet“, betont Kühme. In unserer digitalen Welt sei die Datensicherung, Untersuchung sowie Aufbereitung und Bereitstellung digitaler Daten für die Ermittlungsarbeit „von großer Bedeutung“. Daher sei es gut und richtig, die Analysestellen und die Kriminaltechnik zu bündeln und zu verstärken.

Der Gewerkschaft der Polizei (GdP) Niedersachsen ist nach eigenen Angaben wichtig, „dass neben einer guten und angepassten Organisation die Beschäftigten in Niedersachsen wertschätzender von der Politik behandelt und besser bezahlt werden sowie attraktivere Arbeitsplätze und renovierte Dienststellen erhalten“. Die Polizeibeschäftigten seien schließlich die Träger der inneren Sicherheit in Niedersachsen.

Mehr Wertschätzung fordert auch die FDP. „Den Beamten ist in ihrer täglichen Arbeit noch kein Stück geholfen, wenn immer noch Ratten durch die Dienststelle laufen, Fenster aus den Rahmen fallen und Schlagstöcke schon bei der Übung zerbrechen“, meint der innenpolitische Sprecher der Landtagsfraktion, Marco Genthe.

Lars Laue Korrespondent / Redaktion Hannover
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