Hannover Niedersachsen öffnet die Kindergärten ab dem 22. Juni wieder für alle Kinder. Die Notbetreuung im Zuge der Corona-Epidemie werde beendet und ein eingeschränkter Regelbetrieb aufgenommen, kündigte Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) am Dienstag in Hannover an. „Wir werden es ab dem 22. Juni ermöglichen, dass die Kindertageseinrichtungen wieder öffnen und damit auch allen Kindern einen Betreuungsplatz anbieten.“ Das sei das Ergebnis von Gesprächen mit den kommunalen Spitzenverbänden und Trägern. Niedersachsen öffne die Kitas damit schneller als ursprünglich vorgesehen. Umfangreiche Hygieneauflagen blieben aber bestehen.

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Grundlage für die Öffnung der Kindergärten sei die vergleichsweise günstige Entwicklung des Infektionsgeschehens in Niedersachsen, sagte der Minister. Es werde wieder eine Betreuung für jedes Kind mit Kindergartenplatz angeboten. „Angebote für alle Kinder sind zu machen“, betonte der Minister. Die Kinder kämen in ihre alten Gruppen und könnten bis hin zu der üblichen Zeit betreut werden. „Natürlich kann es zu Einschränkungen im zeitlichen Umfang kommen.“ Tonne sprach von einem „Quasi-Regelbetrieb“, da etwa Risikogruppen weiter besonders geschützt werden müssten.

Ende vergangener Woche lag die Quote der Notbetreuung bei 37 Prozent. Weiter aufgehoben sei der feste Betreuungsschlüssel, sagte Tonne. Das heißt, dass eine Gruppe auch von weniger Erzieherinnen als üblicherweise nötig betreut werden kann. Auch können nicht examinierte Helfer unterstützen. Der „Quasi-Regelbetrieb“ sei noch nicht zu vergleichen mit dem alten Normalbetrieb aus der Zeit vor der Corona-Epidemie.

Die CDU-Abgeordnete Mareike Wulf sagte, es müsse sichergestellt sein, dass Kinder und Eltern bestmöglich vor einer Infektion geschützt werden. „Wir erwarten vom Kultusministerium, dass es dem Gesundheitsschutz der Erzieherinnen und Erzieher höchste Priorität einräumt.“ Unterdessen warnte der SPD-Abgeordnete Stefan Politze davor, dass Kindertagesstätten zu neuen Corona-Hotspots werden. Das Infektionsgeschehen müsse stets evaluiert werden. Dass allerdings noch vor den Sommerferien zu einem eingeschränkten Regelbetrieb zurückgekehrt wird, sei das richtige Zeichen und schaffe Entlastung für viele Familien.

Der Niedersächsische Städte- und Gemeindebund begrüßte die Kita-Öffnung. „Allerdings wird es unter den derzeitigen Bedingungen zwangsläufig zu Einschränkungen bei Qualität und Quantität der Betreuung kommen“, sagte der Sprecher des Kommunalverbands, Thorsten Bullerdiek. „Es kommen viele neue Aufgaben auf die Erzieherinnen und Erzieher und die Verwaltungen zu, um die Hygienemaßnahmen zu gewährleisten.“ Daher sei Nachsicht nötig, wenn nicht alles gleich rund laufe. „Der eingeschränkte Betrieb wird für die Kommunen mit erheblichen, zusätzlichen Kosten verbunden sein. Wir halten hier eine Beteiligung des Landes für dringend notwendig“, betonte Bullerdiek.

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