Hannover /Bremen Rund 3500 Beschäftigte der Nahverkehrsbetriebe in Niedersachsen und Bremen haben sich am Mittwoch nach Angaben der Gewerkschaft Verdi an einem Warnstreik beteiligt. Demnach blieben viele Busse und Bahnen stehen – etwa in Hannover, Bremen, Braunschweig, Wolfsburg, Göttingen und Goslar. Die Gewerkschaft will damit im Tarifkonflikt mit den kommunalen Arbeitgebern Druck ausüben. Kundgebungen gab es nicht.

Das fordert Verdi

Ziel der Gewerkschaft ist ein bundesweiter Tarifvertrag für die rund 87 000 Beschäftigten der 130 ÖPNV-Unternehmen. Derzeit werden die Verträge in den 16 Bundesländern einzeln ausgehandelt. „Die Zukunft des öffentlichen Nahverkehrs in Niedersachsen und Bremen steht auf dem Spiel“, sagte Gewerkschaftssekretär Hermann Hane. Mit Blick auf den drohenden Fachkräftemangel seien einheitliche Regelungen wichtig.

Das sagen die Betriebe

Die Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) lehnt indes Verhandlungen über einen bundesweiten Tarifvertrag ab. Sie verwies darauf, dass die 16 kommunalen Arbeitgeberverbände für die Tarifverhandlungen zuständig seien. Der Spitzenverband sei dazu nicht befugt.

Die Streiks in Zeiten der Corona-Pandemie sieht die Vereinigung kritisch: „Die Warnstreiks sind nicht nur eine Zumutung für die Bevölkerung, sondern auch für die krisengeplagten Nahverkehrsunternehmen, die enorme Einnahmeverluste im Zuge der Corona-Krise zu verkraften haben“, sagte Thomas Wissgott von der VKA.

So wurde Informiert

Die Verkehrsbetriebe informierten ihre Kunden vorab über die Ausfälle. So schrieb etwa die Bremer Straßenbahn AG (BSAG) auf ihrer Homepage, dass der Betrieb auf den BSAG-Linien bis Donnerstag um 3 Uhr ruhe. Beim Hannoveraner Verkehrsunternehmen Üstra wurden die Verbindungen bis Donnerstag um 1 Uhr abgesagt. Ähnliches galt für Braunschweig: „Im gesamten Netz wird es keinen Linienverkehr geben“, teilten die Verkehrsbetriebe vorab mit.

Die Auswirkungen

In Hannover war das erhöhte Verkehrsaufkommen durch Autos und Radfahrer vor allem am Morgen spürbar, wie eine Polizeisprecherin sagte. Es habe deutlich mehr Verkehr und auch mehrere Unfälle mit Verletzten gegeben. Aus Sicht der Bremer Polizei wirkten viele Pendler gut vorbereitet auf die Warnstreiks. Chaotische Szenen im Stadtgebiet waren den Beamten nicht bekannt.

Nach Niedersachsen, Bremen und Hessen sind an diesem Donnerstag Streiks in NRW und Baden-Württemberg geplant. Freitag folgen Berlin, Bayern und Brandenburg.

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