Hanau Die Bluttat erschüttert Deutschland: Tausende Menschen haben am Donnerstagabend bei Mahnwachen der Opfer des mutmaßlich rassistisch motivierten Anschlags in Hanau gedacht. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) und Oberbürgermeister Claus Kaminsky (SPD) sprachen in Hanau vor rund 5000 Trauernden. Auch in anderen Städten – etwa Frankfurt, Berlin und Bremen – gedachten Menschen der Opfer.

Bei dem mutmaßlich rechtsradikalen und rassistischen Anschlag hat ein Deutscher im hessischen Hanau neun Menschen mit ausländischen Wurzeln erschossen. Anschließend soll der 43-jährige Sportschütze Tobias R. seine 72-jährige Mutter und sich selbst getötet haben.

Der Mann habe eine „zutiefst rassistische Gesinnung“ gehabt, sagte Generalbundesanwalt Peter Frank. Das habe die Auswertung von Videobotschaften und einer Art Manifest auf dessen Internetseite ergeben. Die Todesopfer seien zwischen 21 und 44 Jahre alt gewesen und hätten Migrationshintergrund gehabt. Der Täter habe sechs weitere Menschen verletzt, einen schwer.

Hessens Innenminister Peter Beuth (CDU) sagte am Donnerstagmorgen, der Generalbundesanwalt ermittle wegen des Verdachts einer terroristischen Gewalttat – Frank selbst sprach am Nachmittag nicht davon. Bayerns Ressortchef Joachim Herrmann (CSU) sagte, man gehe davon aus, „dass es sich um einen rechtsradikalen, ausländerfeindlichen Hintergrund handelt“.

Der mutmaßliche Todesschütze Tobias R. kommt laut den Behörden aus Hanau, er lebte zuvor aber auch in Oberfranken und Oberbayern. Gegen 22 Uhr am Mittwochabend eröffnete er in einer Shisha-Bar das Feuer. Danach schoss er in einer weiteren Bar und einem Kiosk um sich. Nach der Tat habe Tobias R. in der eigenen Wohnung erst seine Mutter und dann sich selbst erschossen, sagte Beuth. Der Sportschütze habe die Waffen legal besessen.

Die Bundesanwaltschaft teilte mit: „Es liegen gravierende Indizien für einen rassistischen Hintergrund der Tat vor.“ Der mutmaßliche Täter habe auf seiner Internetseite auch wirre Gedanken und abstruse Verschwörungstheorien geäußert. Man prüfe, ob der mutmaßliche Täter Mitwisser oder Unterstützer für seinen Anschlag hatte.

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