Hannover /Rosdorf Niedersachsens Justizministerin Antje Niewisch-Lennartz (Grüne) räumt schwerste Pannen im Zusammenhang mit der spektakulären Flucht eines Sicherungsverwahrten auf der Festmeile am Tag der Deutschen Einheit ein. Die Abteilungsleitung der Anstalt in Rosdorf bei Göttingen wurde bereits gefeuert. Zielfahnder suchen den Schwerkriminellen mit Hochdruck. Der 63-Jährige, der schon wegen Totschlags verurteilt wurde, ist laut Ministerin „gefährlich“. Der Verbrecher nutzte am Donnerstagabend beim Fest an Hannovers Maschsee einen Toilettenbesuch, um zu fliehen. Die Justizbegleiterin konnte dem Mann nicht auf die Toilette folgen.

Für die Erlaubnis zum Ausgang auf ein Fest mit Zehntausenden Besuchern hat die Justizministerin „keinerlei Verständnis“. Niewisch-Lennartz kündigt „landesweite Standards für Ausgänge von Sicherungsverwahrten und Gewalttätern“ an. Dabei müsse die Sicherheit der Bürger „im Zentrum stehen“.

Die Opposition reagiert fassungslos auf die erneute Flucht eines Schwerkriminellen. „Was hat die Ministerin eigentlich seit dem Fall in Lingen getan, um für mehr Sicherheit zu sorgen?“ fragt der FDP-Rechtsexperte Marco Genthe im Gespräch mit der NWZ . „Die Ministerin trägt die volle Verantwortung für die neuerliche Panne“, so Genthe.

CDU-Fraktionschef Björn Thümler (Berne) vermisst ein „Risiko-Management“ der Ministerin. „Sie hat ihren Laden nicht im Griff“, kritisiert Thümler im Gespräch mit der NWZ . Wenn etwas schief gehe, „beschimpft die Ministerin ihre eigenen Leute“, wundert sich Thümler über den „merkwürdigen Amtsstil“ der Grünen-Politikerin.

Gunars Reichenbachs Chefkorrespondent / Redaktion Hannover
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