LEIPZIG Die friedliche Revolution in der DDR sollte nach Auffassung des Leipziger „Wende-Pfarrers“ Christian Führer im Schulunterricht intensiver behandelt werden. Dort befassten sich allenfalls die höheren Klassen mit der Gründung des SED-Staats, sagte der evangelische Theologe am Freitag.

„Das ist ein Manko“, kritisierte Führer. Er hoffe, dass die Gedenkveranstaltungen zum Fall der Mauer am 9. November vor 20 Jahren in diesem Sinne einen Impuls gäben. Für ihn selbst sei weniger die Öffnung der Mauer als vielmehr der 9. Oktober 1989 mit der Montagsdemonstration von 70 000 Leipzigern das Kerndatum, das zum Ende des SED-Regimes geführt habe, betonte Führer.

An diesem Tag habe sich entschieden, dass es keine „chinesische Lösung“ geben werde, erklärte Führer in Anspielung auf das Massaker an Demonstranten auf dem Pekinger „Platz des Himmlischen Friedens“ wenige Monate zuvor. Die befürchtete bewaffnete Eskalation sei ausgeblieben, und die Menschen hätten weiter friedlich demonstrieren können. Dafür sei er nach wie vor sehr dankbar, so Führer.

Der frühere Pfarrer der Leipziger Nikolaikirche ist eine der Symbolfiguren der friedlichen Revolution.

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