Frankfurt Wenn am kommenden Freitag und Samstag um 23.30 Uhr die Fahrzeuge der Frankfurter Entsorgungsgesellschaft am Opernplatz anrollen, ist das buchstäblich der Kehraus am neuen Party-Hotspot der Main-Metropole. Um Mitternacht dürfen neue Nachtschwärmer den Platz nicht mehr betreten, um 1 Uhr soll er dann endgültig geräumt sein. Das ist eine der Maßnahmen, die die Stadt am Montag nach der Krawallnacht vom Wochenende geplant hat.

Für auswärtige Störer solle ein klares Signal gesetzt werden, „dass es sich nicht lohnt, nach Frankfurt reinzufahren“, sagte Sicherheitsdezernent Markus Frank (CDU) nach einer Sicherheitskonferenz. „Wir werden die Stadt nicht sperren – aber wir werden diese Krawalle nicht zulassen“, sagte Umweltdezernentin Rosemarie Heilig (Grüne).

In der Nacht zum Sonntag war es auf dem Opernplatz zu Ausschreitungen gekommen. Nach Angaben von Polizeipräsident Gerhard Bereswill wurden die Einsatzkräfte aus der Menge heraus mit Flaschen angegriffen, obwohl sie deeskalierend gehandelt hätten. Mindestens fünf Beamte seien verletzt und mehrere Polizeifahrzeuge beschädigt worden. Die etwa 500 bis 800 Anwesenden hätten gejubelt, wenn eine Flasche die Polizisten getroffen habe.

39 Menschen wurden festgenommen, unter ihnen eine Frau. Der überwiegende Teil von ihnen sei polizeibekannt, unter anderem wegen Körperverletzung, Diebstahl oder Drogendelikten. Gegen sie werde wegen schweren Landfriedensbruchs und Körperverletzung ermittelt. Von diesen Tatverdächtigen lebten 29 nicht in Frankfurt – es solle nun geprüft werden, Aufenthaltsverbotsverfügungen für Frankfurt auszusprechen, um zu verhindern, „dass diese Leute wieder Frankfurt betreten“, sagte Bereswill.

Bereswill und Frank klagten über die in den vergangenen Jahren gestiegenen Aggressionen gegen Polizisten, aber auch gegen Feuerwehrleute und Rettungskräfte. „Das ist brandgefährlich“, sagte Frank. Er hoffe, dass die Justiz nach den Krawallen ein „klares Zeichen“ gegen die für die Angriffe Verantwortlichen setze.

Mit den Übergriffen auf Polizeibeamte sei eine Rote Linie überschritten worden, betonte Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) in einer Stellungnahme. Die Stadtverwaltung dürfe bei aller Nachsicht nicht zulassen, dass sich solche Szenen wiederholten. „Ich rate allen, sich an die Regeln zu halten.“

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