Hamburg Der Empfang am ersten Arbeitstag dürfte eisig werden: Wenn Wolfgang Büchner am Montag offiziell sein neues Amt als Chefredakteur beim „Spiegel“ antritt, hat er die erste Niederlage bereits hinter sich. Der „Bild“-Journalist Nikolaus Blome wird nicht Büchners Stellvertreter – obwohl dieser ihn bereits dazu ernannt hatte. Blome darf Chef des Hauptstadtbüros in Berlin werden – ohne Weisungsbefugnis für die Redaktion in Hamburg.

Medieninsider rätseln, warum der ehemalige Chef der Deutschen Presse-Agentur (dpa) die Kraftprobe mit der mächtigen „Spiegel“-Redaktion suchte, die er nur verlieren konnte. Ein konservativer „Bild“-Mann im Allerheiligsten des traditionell linksliberalen Nachrichtenmagazins ist für viele Redakteure schlicht unvorstellbar. Und sie haben die Macht beim „Spiegel“: Über die Mitarbeiter KG halten sie 50,5 Prozent der Anteile am Verlag.

Viel deutet darauf hin, dass der Machtkampf in der gläsernen „Spiegel“-Zentrale an der Ericusspitze mit dem Kompromiss um Blome noch nicht beendet ist. Dass die Ressortleiter sich einstimmig gegen Büchners Plan aussprachen, Blome zum Vize zu ernennen, gilt als einmaliger Vorgang. Zudem lehnt auch Franziska Augstein, Tochter der „Spiegel“-Gründers Rudolf Augstein, Blomes Berufung ab.

In Hamburg wird bereits spekuliert, wie lange sich Büchner nach diesem Fehlstart im Amt halten kann. Zurück zur dpa kann er nicht: Der Chefposten dort ist jetzt mit dem bisherigen Chefredakteur der „Rheinischen Post“, Sven Gösmann, besetzt.

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