New York Eindeutiger hätte das Komitee des Pulitzer-Preises nicht werden können: Die Jury hat den bedeutendsten Journalistenpreis den beiden Zeitungen zuerkannt, die den Abhörskandal um den Geheimdienst NSA öffentlich gemacht hatten. In der wichtigsten Kategorie „Dienst an der Öffentlichkeit“, wurde der Preis extra geteilt, um sowohl die „Washington Post“ als auch den „Guardian“ ehren zu können.

Letzterer ist eine britische Zeitung und kann damit eigentlich gar keinen Pulitzer-Preis bekommen. Die Jury fand einen Ausweg und ehrte höchst ungewöhnlich nur einen Auslandsableger, nämlich die US-Ausgabe des „Guardian“. Die Zeitung habe „mit ihrer streitlustigen Berichterstattung geholfen, einen Funken an die Debatte um staatliche Überwachung und den Widerspruch zwischen Sicherheit und Privatsphäre zu legen“.

Bei der „Washington Post“, die auch die Papiere des Informanten Edward Snowden veröffentlicht hatte, ist die Begründung in einigen Teilen wortgleich. Bei ihr wurde hinzugefügt, dass das Vorzeigeblatt aus der Hauptstadt den Preis erhalte, weil bei der „Enthüllung der weitreichenden Überwachung durch die National Security Agency“ die „maßgeblichen und aufschlussreichen Berichte der Öffentlichkeit halfen, den größeren Rahmen zu verstehen“.

Erst am Freitag war der Journalist geehrt worden, der mit Snowdens Informationen alles ins Rollen gebracht hatte: Glenn Greenwald erhielt den renommierten George-Polk-Preis, zusammen mit seinen Kollegen Laura Poitras, Ewen MacAskill und Barton Gellman, die am gleichen Thema gearbeitet hatten.

Es gibt die Pulitzer-Preise auch für Sachbücher und Romane, Biografien und sogar einen für Musik. Aber das Herz der Auszeichnung sind Ehrungen für Journalisten, die für Blätter arbeiten, von denen man kaum etwas gehört hat. So deckte unter anderem Chris Hamby ein Kartell aus Anwälten und Ärzten auf, die kranke Bergarbeiter um ihre Entschädigungen brachten. Zwei Reporter der „Tampa Bay Times“ aus Florida zeigten, unter welchen Bedingungen Obdachlose in Wohnprojekten hausen.

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