Den Haag Die rechtspopulistische Partei Forum für Demokratie ist in den Niederlanden bei der Regionalwahl auf Anhieb stärkste politische Kraft geworden und hat der Regierungskoalition eine schwere Schlappe zugefügt. Die Mitte-Rechts-Koalition verlor ihre Mehrheit in der Ersten Kammer des Parlaments deutlich, wie aus dem vorläufigen Endergebnis hervorgeht, das am Donnerstag veröffentlicht wurde. Ministerpräsident Mark Rutte ist nun auf die Opposition angewiesen, um Gesetzesvorhaben durchzubringen.

Das von Thierry Baudet angeführte Forum richtet sich gegen Einwanderung und Europa und lehnt auch eine aktive Klimaschutzpolitik ab. Die junge Partei nahm zum ersten Mal an diesen Wahlen teil. Sie war erstmals 2017 mit zwei Abgeordneten in die Zweite Kammer des Parlaments eingezogen. Nun wird sie in der Ersten Kammer, die dem deutschen Bundesrat vergleichbar ist, gleich 13 der 75 Abgeordneten stellen.

Die Wahl brachte einen Wachwechsel im rechten Lager der Niederlande. Denn zugleich erlitt die rechtspopulistische Partei für die Freiheit von Geert Wilders hohe Verluste. Sie wird in der Ersten Kammer nur noch fünf statt neun Abgeordnete haben.

Das Wahlforschungsinstitut Ipsos stellte fest, dass 30 Prozent der Forum-Wähler früher der Wilders-Partei ihre Stimme gegeben hatten. Die übrigen Stimmen kamen nun vor allem von der rechtsliberalen und der christdemokratischen Regierungspartei.

Der rechtsliberale Ministerpräsident Rutte kündigte nun Gespräche mit der Opposition an. Ein möglicher Partner ist die grüne Partei GroenLinks, der zweite große Sieger der Wahl. Sie wird mit neun Angeordneten in die Kammer einziehen, mehr als doppelt so viele wie zuvor.

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