Colombo Der sri-lankische Präsident Maithripala Sirisena zieht nach den Oster-Anschlägen personelle Konsequenzen: Er forderte am Mittwoch seinen Stabschef Hemasari Fernando, der zugleich Sekretär im Verteidigungsministerium ist, und den nationalen Polizeichef Pujith Jayasundara zum Rücktritt auf. Vorausgegangen waren Berichte über fehlerhafte und unterbliebene Kommunikation im Sicherheitsapparat vor den Anschlägen und voreilige Angaben zu den Drahtziehern der Selbstmordattentate auf Kirchen und Hotels.

Das hatte sogar die amerikanische Botschafterin in Colombo, Alaina Teplitz, am Mittwoch zu der harten Aussage veranlasst, es habe „eindeutig ein Versagen im System“ gegeben und der Zusammenbruch der internen Kommunikation sei „unbeschreiblich tragisch“. Ein US-Team von militärischen und FBI-Ermittlern traf in Colombo ein, um die sri-lankischen Behörden zu unterstützen.

Die sri-lankische Regierung korrigierte am Mittwoch im Lichte neuer Ermittlungsergebnisse ihre Angaben über die mutmaßlichen Urheber der Anschläge. Die Attentäter hätten nicht wie zunächst gedacht der islamistischen Gruppe NTJ angehört, sondern seien Mitglieder von extremistischen Splittergruppen gewesen, die von der NTJ und einer weiteren obskuren Gruppe abgefallen seien, sagte Polizeisprecher Ruwan Gunasekara.

Die Zahl der Attentäter wurde um zwei auf neun erhöht. Im Verteidigungsministerium hieß es zum Hintergrund der Extremisten, sie stammten aus der Mittel- und Oberschicht und hätten den Islam als „einzige Religion in diesem Land“ durchsetzen wollen. Es handele sich um „gut gebildete Leute“, mindestens einer habe einen Jura-Hochschulabschluss gehabt, andere hätten in Großbritannien und Australien studiert.

Die Zahl der Todesopfer stieg nach Behördenangaben derweil auf mindestens 359. Die Anschläge auf Kirchen, Hotels und andere Orte am Ostersonntag hat die Terrormiliz Islamischer Staat für sich reklamiert.

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