Berlin Angekündigt hatte sie es schon vor Monaten. Nun hat die frühere SPD-Chefin auch diesen Schritt vollzogen und ihr Bundestagsmandat niedergelegt. Zum 1. November hat Andrea Nahles damit kein politisches Amt mehr. Sie will beruflich neue Wege einschlagen, wenn sie auch – typisch Nahles – weiter für die SPD Plakate kleben werde, wie die 49-Jährige Mitarbeitern aus dem Willy-Brandt-Haus bei ihrem Abschied erzählte.

Ansonsten ist Nahles abgetaucht – bis auf einen öffentlichen Auftritt, den sie Anfang August hatte. An einem für die Katholikin ganz besonderen Ort unweit ihres Wohnortes, dem Kloster Maria Laach in der Eifel, hielt sie einen Vortrag, zugesagt hatte sie den Termin schon vorher – absagen wollte sie nicht.

Für die Bundespartei, deren Mitglieder seit diesem Montag ihre Parteispitze neu wählen können, geht damit ein wichtiges Kapitel zu Ende, zuletzt ein vom Großteil ihrer Fraktion ungeliebtes.

Dabei hat Nahles für die SPD viel geleistet: In der Vorgänger-Regierung galt sie als fleißigste Ministerin und erarbeitete viele Gesetze, die auf mehr soziale Gerechtigkeit abzielten. Als erste Frau stand sie zudem an der Spitze von Fraktion und Partei. Auch der frühere Unionsfraktionschef Volker Kauder lobte ihre Zuverlässigkeit.

Nahles wuchs in einem katholischen Elternhaus als Tochter eines Maurermeisters in der Eifel auf. Sie war in ihrer Gemeinde Messdienerin und in einer ökumenischen Jugendgruppe aktiv. Nach dem Abitur – in der Abi-Zeitung gab sie „Hausfrau oder Bundeskanzlerin“ als Berufswunsch an – studierte sie Politik, Philosophie und Germanistik in Bonn.

Parallel dazu stieg Nahles in der SPD auf: Als 18-Jährige trat sie in die Partei ein, 1995 wurde sie Bundesvorsitzende der Jusos. Mitglied im SPD-Parteivorstand ist sie seit 1997, dem Präsidium gehört sie seit 2003 an. In den Bundestag kam sie erstmals 1998. Bevor sie 2013 Arbeitsministerin wurde, war sie vier Jahre lang SPD-Generalsekretärin. Dann wurde sie Fraktions- und Parteivorsitzende. Nach der Klatsche bei der Europawahl im Juni gab sie diese Ämter auf, zuvor war sie in der SPD unter Druck geraten.

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