Berlin Der Thüringer AfD-Fraktionschef und Partei-Rechtsaußen Björn Höcke hat mit einer Kampfansage an den Parteivorstand den Zorn vieler AfD-Politiker auf sich gezogen. In einem von mehr als 100 Mandatsträgern und Funktionären unterzeichneten Appell „für eine geeinte und starke AfD“, der am Mittwoch veröffentlicht wurde, heißt es: „Mit seiner Rede beim Kyffhäuser-Treffen am Sonnabend hat Björn Höcke die innerparteiliche Solidarität verletzt und ist damit unseren Wahlkämpfern und Mitgliedern in den Rücken gefallen.“

Der überwiegende Teil der Mitgliedschaft lehne zudem den „exzessiv zur Schau gestellten Personenkult“ um Höcke ab, wie er bei dem Treffen des „Flügels“ am Samstag zelebriert worden sei. Die Unterzeichner halten fest: „Die AfD ist und wird keine Björn-Höcke-Partei“. Höcke solle sich auf seine Aufgaben in Thüringen beschränken. Höcke selbst wollte sich zu den Vorwürfen gegen ihn zunächst nicht äußern.

Zu den Unterzeichnern gehören unter anderem der Bundesschatzmeister Klaus Fohrmann, die Partei-Vize Albrecht Glaser, Kay Gottschalk, Georg Pazderski, sowie der Europa-Abgeordnete Joachim Kuhs, der dem Vorstand als Beisitzer angehört. Auch mehrere Bundestagsabgeordnete schlossen sich dem Appell an.

Bundestagsfraktionschefin Alice Weidel und der Vorsitzende der Jungen Alternative, Damian Lohr, riefen alle Mitglieder auf, „öffentliche Schlammschlachten“ vor den drei Landtagswahlen im Osten zu vermeiden.

Parteichef Jörg Meuthen riet Höcke, sich auf den anstehenden Wahlkampf in Thüringen zu konzentrieren. Er sagte der Nachrichtenagentur dpa, der von Höcke betriebene „Personenkult“ passe nicht zur AfD.

Höcke hatte beim „Flügel“-Treffen auf den Bundesvorstand und die „Spalter“ in der Partei geschimpft. Seinen Anhängern rief er zu: „Ich kann Euch garantieren, dass dieser Bundesvorstand in dieser Zusammensetzung nicht wiedergewählt wird.“ Er verlieh ein „Flügel“-Abzeichen für treue Dienste.

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