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Berlin Für Bewohner des Berliner Politik-Kosmos, die im Wochentakt neu über den Fortbestand der Groko spekulieren, mag Libyen weit weg erscheinen. Aber mit dem Gipfeltreffen, bei dem Bundeskanzlerin Angela Merkel die am Konflikt beteiligten Akteure am Sonntag in Berlin versammelt, wird über die Zukunft des ölreichen Wüstenstaats nun auch in der deutschen Hauptstadt verhandelt. Neben Ministerpräsident Fajis al-Sarradsch und General Chalifa Haftar, die in Libyen um die Macht konkurrieren, mischen eine ganze Reihe von Staaten mit ganz unterschiedlichen Interessen mit.

Deutschland

Nach dem Sturz von Langzeitmachthaber Muammar al-Gaddafi im Jahr 2011 hatte sich Deutschland – wie viele europäische Staaten – zunächst kaum in Libyen engagiert. Damit kann es sich jetzt leicht als ehrlicher, weitgehend neutraler Makler präsentieren. Ein russisch-türkischer Vermittlungsversuch endete Anfang der Woche in Moskau ohne Ergebnis. Ziel der deutschen Außenpolitik ist es, Libyen zu einer Art Sperrriegel zu machen. Der soll verhindern, dass Schlepperboote in Richtung Europa aufbrechen.

Ägypten

Das Land ist als direkter Nachbar Libyens und mit einem der stärksten Militärs im Nahen Osten ein wichtiger Unterstützer Haftars. Die Beziehungen sind eng: Der General reiste mehrfach zu Treffen mit Präsident Abdel Fattah al-Sisi nach Kairo. Ägypten will den Einfluss islamistischer Gruppen zurückdrängen, die in Libyen die Sarradsch-Regierung unterstützen.

Saudi-Arabien

Das Land soll Haftar gestärkt haben: Laut „Wall Street Journal“ soll das Königreich ihm „mehrere zehn Millionen Dollar“ angeboten haben, um die Offensive auf Tripolis zu finanzieren.

Russland

Für Moskau, das ebenfalls Haftar stützt, steht viel auf dem Spiel in Berlin. Das Land hat eine Menge Energie und politisches Kapital in den Ring geworfen. Denn Präsident Wladimir Putin hat neben Merkel auch vielen anderen Politikern zugesagt, die Konferenz „mit allen Mitteln“ zum Erfolg zu bringen. Moskau will sich im Nahen Osten und in Afrika zu einer bestimmenden Macht entwickeln. In Libyen hat Russland gleichzeitig noch ganz andere Interessen: Russland will Experteneinschätzungen zufolge Energie-, Militär- und Infrastrukturverträge in Milliardenhöhe zurückgewinnen, die Moskau beim Sturz von Langzeitherrscher Muammar al-Gaddafi 2011 entgangen sind.

Türkei

Ankara geht es bei ihrer Unterstützung der Sarradsch-Regierung unter anderem um Interessen im Energiesektor. Die Türkei hat kaum eigene Energievorkommen.

USA

Die USA hatten sich unter Präsident Donald Trump – wie sein Vorgänger Barack Obama – zunächst hinter al-Sarradsch gestellt. Überraschend telefonierte Trump im April dann mit Haftar und stärkte ihm den Rücken. Die US-Regierung will etwa die Ölproduktion Libyens am Laufen halten, und Haftar kontrolliert mit verbündeten Milizen die meisten Ölfelder im Land. Auch Haftars Aussagen, das Land vom „Terrorismus“ befreien zu wollen, kamen in Washington gut an.

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