Berlin Den Umgang mit fachfremdem Personal ist die Bundeswehr inzwischen gewohnt. Ursula von der Leyen war vor ihrer Berufung zur Verteidigungsministerin ebenso wenig als intime Kennerin der Truppe aufgefallen wie ihre Nachfolgerin Annegret Kramp-Karrenbauer (beide CDU). Gleiches gilt nun für die neue Wehrbeauftragte des Bundestags.

Die 51-jährige Eva Högl wurde im niedersächsischen Osnabrück geboren und wuchs in Ofen, an der Grenze zwischen Oldenburg und dem Ammerland, auf. Nach ihrem Abitur im Jahr 1988 am Gymnasium Bad Zwischenahn-Edewecht studierte sie bis 1994 Rechtswissenschaften in Osnabrück und Leiden (Niederlande). Nach dem Referendariat beim Oberlandesgericht Oldenburg wechselte sie 1999 ins Bundesarbeitsministerium. Dort leitete sie von 2006 bis zum Einzug in den Bundestag das Referat für europäische Beschäftigungs- und Sozialpolitik. Seit 2009 vertritt sie im Bundestag den Wahlkreis Berlin-Mitte, den sie 2017 zum dritten Mal in Folge direkt gewonnen hat.

2019 als Bundesjustizministerin im Gespräch

Im Bundestag saß die Sozialdemokratin bisher unter anderem im Parlamentarischen Kontrollgremium, das die Nachrichtendienste überwachen soll, im Richter-Wahlausschuss und im Gemeinsamen Ausschuss, dem Notparlament im Verteidigungsfall. Ihr Mandat muss sie nun niederlegen. Als im vergangenen Jahr Bundesjustizministerin Katarina Barley (SPD) ins Europaparlament wechselte, war Högl als Nachfolgerin im Gespräch – wurde es aber nicht.

Lesen Sie auch:
Neuer Posten  für  Rohde in SPD-Fraktion
Neuer Posten für Rohde in SPD-Fraktion

„Meine Themen sind Polizei, Nachrichtendienste, Terror und Kriminalität. Ich kümmere mich intensiv um Geflüchtete, ein humanes Asylrecht und Integration“, schreibt Högl auf ihrer Internetseite. Sie wird jetzt inhaltlich nachrüsten müssen. Als Wehrbeauftragte wird sie zu einer Art Kummerkasten der Soldaten und Soldatinnen, die sich mit Beschwerden und Problemen jederzeit an sie wenden können.

Anwältin an der Seite der Soldaten

Erstmals seit zwei Jahrzehnten erhalten die Soldaten der Bundeswehr nun wieder eine Anwältin und keinen Anwalt an ihre Seite gestellt. Mit Ausnahme von Claire Marienfeld (1995 bis 2000) war der Posten immer mit Männern besetzt. Als die CDU-Politikerin ihren letzten Jahresbericht vorlegte, monierte sie, die Bundeswehr befinde sich „an den Grenzen ihrer personellen und materiellen Belastbarkeit“. Das ist die Truppe im Grunde bis heute – so gesehen, kann Högl fast nahtlos an Marienfeld anknüpfen.

Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.