Berlin Scharfe Kritik aus der Spitzenpolitik an dem Bundesverdienstkreuz für den früheren EZB-Präsidenten Mario Draghi. „Die Politik der Europäischen Zentralbank unter Draghi hat nicht nur deutsche Sparer kontinuierlich enteignet, sondern die Altersvorsorge von Millionen Menschen in Deutschland geschmälert. Dafür hat er aus meiner Sicht keine deutsche Auszeichnung verdient“, sagte der CDU-Innenexperte Axel Fischer der „Bild“. „Warum Herr Draghi das Bundesverdienstkreuz bekommen soll, ist ein Rätsel. Was ist das Verdienst von Herrn Draghi für unser Land?“, sagte CSU-Generalsekretär Markus Blume der „Bild am Sonntag“. Auch der finanzpolitische Sprecher der FDP-Fraktion, Florian Toncar, meinte: „Es ist nicht nachvollziehbar, für welche Verdienste Mario Draghi das Bundesverdienstkreuz erhalten soll.“

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier will Draghi das Bundesverdienstkreuz am 31. Januar im Schloss Bellevue in Berlin überreichen. Die Auszeichnung verleiht Deutschland an in- und ausländische Bürger für politische, wirtschaftlich-soziale oder geistige Leistungen.

Draghi war acht Jahre EZB-Chef. Mit Nullzins, Strafzins für Banken und Anleihenkäufen hatte der Italiener alle Register gezogen im Kampf gegen Mini-Inflation und Konjunkturflaute. Was Sparer ärgert, freut Schuldner: Die Nachfrage nach Immobilien boomt, auch weil Baukredite kaum noch etwas kosten. Und der deutsche Finanzminister verdiente am Schuldenmachen, weil Geldgeber bereit waren, negative Zinsen zu akzeptieren.

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