Addis Abeba (dpa) - UN-Generalsekretär António Guterres hat Afrika für seine Solidarität mit Flüchtlingen gelobt.

Trotz sozialer und wirtschaftlicher Herausforderungen hätten die Regierungen und Einwohner des Kontinents "Grenzen, Türen und Herzen" für Millionen notleidender Menschen offengehalten, sagte der UN-Chef auf der Gipfelkonferenz der Afrikanischen Union (AU) am Sonntag. Afrika sei eine Quelle der Inspiration für die Welt und ihn selbst, sagte Guterres in der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba.

Dort waren rund 50 Staats- und Regierungschefs oder ihre Vertreter am Sonntag zum jährlichen AU-Gipfel zusammengekommen. Zu den Hauptthemen der zweitägigen Versammlung gehören Flucht und Migration. Mehr als ein Drittel aller Menschen, die weltweit gewaltsam vertrieben wurden, leben auf dem afrikanischen Kontinent: 6,3 Millionen Flüchtlinge und Asylbewerber sowie 14,5 Millionen Binnenflüchtlinge.

Die Gefahren, denen viele Flüchtlinge und Binnenvertriebene in Teilen Afrikas ausgesetzt sind, erwähnte Guterres in seiner Ansprache nicht. Laut den Vereinten Nationen werden viele Migranten und Flüchtlinge zum Beispiel in Libyen Opfer von Missbrauch oder Versklavung.

Guterres lobte auch die Friedensbemühungen auf dem Kontinent wie jüngste Abkommen im Südsudan oder in der Zentralafrikanischen Republik. Er erwähnte Länder, in denen kürzlich gewählt wurde, wie Mali, Madagaskar oder Kongo. Dabei kommentierte der UN-Generalsekretäre nicht, dass zum Beispiel der Machtwechsel im Kongo von Joseph Kabila zu Félix Tshisekedi von Vorwürfen des Wahlbetrugs überschattet wurde.

Die der EU-Kommission nachempfundene AU-Kommission soll mit dem UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR ein Treffen organisieren, auf dem über die Ursachen gewaltsamer Vertreibung in Afrika beraten wird. UNHCR-Chef Filippo Grandi soll daran teilnehmen. Die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini wird am Rande des Gipfels afrikanische Staats- und Regierungschefs treffen. Ägyptens Präsident Abdel Fattah al-Sisi übernahm während der Tagung den AU-Vorsitz von Ruandas Staatschef Paul Kagame.

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