Washington (dpa) - Trotz der noch immer katastrophalen Lage in Puerto Rico droht US-Präsident Trump mit dem Abzug der Hilfskräfte. "Wir können (den Katastrophenschutz) Fema, das Militär und die Rettungskräfte, die unter schwierigen Umständen großartige Arbeit geleistet haben, nicht für immer in Puerto Rico lassen", schrieb Trump auf Twitter.

In einer weiteren Nachricht machte er die Bewohner des US-Außengebiets selbst für ihre missliche Lage verantwortlich. "Puerto Rico hat Wirbelstürme überlebt, jetzt zieht eine Finanzkrise herauf, die größtenteils selbstverschuldet ist", zitierte er die TV-Journalistin Sharyl Attkisson. "Stromversorgung und Infrastruktur waren bereits vor den Stürmen ein Desaster. Der Kongress muss entscheiden, wie viel er bezahlen will."

Hurrikan "Maria" hatte Puerto Rico vor drei Wochen frontal getroffen und weite Teile der Karibikinsel zerstört. Viele Menschen sind noch immer ohne Strom und fließendes Wasser. Die Schäden werden auf etwa 95 Milliarden Dollar (80 Mrd Euro) geschätzt - das entspricht 150 Prozent des Bruttoinlandsprodukts.

Trump war für sein Krisenmanagement immer wieder kritisiert worden. Bei einem Besuch in Puerto Rico relativierte er die Zahl der Toten und erinnerte die Puerto Ricaner an ihre Schulden. Die Hilfe für das US-Außengebiet lief nur langsam an und erreicht noch immer nicht alle Betroffenen.

Tatsächlich steckte die Insel bereits vor dem Sturm in wirtschaftlichen Problemen. Die Schuldenlast liegt bei über 70 Milliarden US-Dollar, hinzu kommen ungedeckte Pensionsansprüche. Washington hat die Insel bereits unter Finanzaufsicht gestellt. In einer Art Konkursverfahren sollen die Verbindlichkeiten nun restrukturiert werden.

Weitere Nachrichten:

dpa | Twitter

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.