DAMASKUS Die Luft um den syrischen Machthaber Baschar al-Assad wird dünner: Nach hohen Militärs und Diplomaten hat sich nun auch sein Ministerpräsident Riad Hidschab ins Ausland abgesetzt und den Aufständischen angeschlossen. „Ich gebe hiermit bekannt, dass ich mich vom mörderischen und terroristischen Regime abgewandt und mich der Revolution der Freiheit und Würde angeschlossen habe“, hieß es in einer Erklärung, die Hidschabs Sprecher Mohammed al-Ottri am Montag im arabischen Fernsehsender Al-Dschasira verlas.

Bundesaußenminister Guido Westerwelle sprach von einem Zerfall des syrischen Regimes. „Diese Nachrichten zeigen, wie weit der Erosionsprozess des Assad-Regimes vorangeschritten ist.“

Al-Ottris Erklärung zufolge plante Hidschab seine Flucht bereits seit mehr als zwei Monaten. Bewerkstelligt wurde sie mit Hilfe der aufständischen Freien Syrischen Armee. Zu seinem Nachfolger wurde der bisherige Vize-Ministerpräsident Omar Galawandschi bestimmt.

Hidschab war erst im Juni zum Ministerpräsidenten ernannt worden. Davor hatte der 46-Jährige sein ganzes Leben treu dem Assad-Regime gedient. Er bekleidete hohe Funktionen in der herrschenden Baath-Partei. Nach Angaben von Oppositionellen setzte sich auch Syriens einziger Kosmonaut Mohammed Achmed Faris in die Türkei ab.

Mit Blick auf die nördliche Geschäftsmetropole Aleppo sprachen die Staatsmedien von einer bevorstehenden Entscheidungsschlacht. Angeblich sollen 25 000 Soldaten Stellung bezogen haben.

Kurz vor Bekanntwerden der Flucht Hidschabs wurden bei einem Anschlag auf das Staatsfernsehen in Damaskus mehrere Angestellte leicht verletzt. Das staatliche Syrische Fernsehen gilt als wichtigstes Propagandainstrument des Assad-Regimes.

Der Syrien-Konflikt hat mehrere hunderttausend Menschen in die Flucht getrieben. Die Bundesregierung sieht keinen Grund für die Aufnahme von Flüchtlingen.

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