Ankara /Damaskus /Washington US-Präsident Donald Trump hat bestritten, die Kurden in Nordsyrien im Stich gelassen zu haben. Die USA seien vielleicht dabei, Syrien zu verlassen, „aber wir haben die Kurden, die besondere Menschen und wunderbare Kämpfer sind, in keiner Weise im Stich gelassen“, twitterte Trump am Dienstag. Die USA unterstützten die Kurden finanziell und mit Waffen. Der US-Präsident warnte die Türkei erneut vor einem Einmarsch in Nordsyrien.

Trumps Bekenntnis zu den Kurden kommt nach dem Abzug von rund 50 US-Soldaten aus dem syrisch-türkischen Grenzgebiet am Montag. Die Entscheidung lief auf grünes Licht für eine geplante türkische Offensive gegen Kurdenmilizen in Nordsyrien hinaus. Trump hatte dafür scharfe Kritik auch aus seinen eigenen Reihen kassiert.

Die YPG-Kurdenmilizen waren im Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) ein enger Verbündeter der USA. Die Türkei sieht in der YPG, die an der Grenze Gebiete beherrscht, eine Terrororganisation.

Trump warnte die Türkei, dass jede „ungezwungene oder unnötige“ Kampfhandlung der Türkei für die Wirtschaft und Währung“ des Landes „verheerend“ wäre. Zugleich lobte er die Türkei als Handels- und Nato-Partner. Der türkische Präsident soll am 13. November nach Washington kommen, wie aus einem von Trumps Tweets hervorging.

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Auch zahlreiche Regierungen, darunter die Bundesregierung, und internationale Organisationen hatten die Türkei dringend vor einer Militäroffensive im Norden Syriens gewarnt. Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) sagte: „Zuerst einmal erwarte ich von unserem Nato-Partner Türkei, dass er alles tut, um die Region zu stabilisieren und alles unterlässt, um die Region noch mehr zu destabilisieren.“

Die türkische Regierung betonte am Dienstag, es werde an der geplanten Militäroffensive gegen die Kurdenmilizen festgehalten. „Unsere Botschaft an die internationale Gemeinschaft ist klar – die Türkei ist kein Land, das sich von Drohungen bewegen lässt“, sagte Vizepräsident Fuat Oktay am Dienstag.

Nachdem sich die syrische Armee im Zuge des Krieges größtenteils aus dem Nordosten des Landes zurückgezogen hatte, hatten vielerorts kurdische Kräfte die Kontrolle übernommen und schon 2014 eine Selbstverwaltung in den Gebieten errichtet. International werden die Autonomiebestrebungen nicht anerkannt, in vielen Orten im Nordosten hat die Regierung in Syrien de facto aber keine Macht.

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