Die Stasi-Zentrale in Berlin-Lichtenberg lässt manchem Besucher heute noch Schauer über den Rücken laufen. Zu DDR-Zeiten flossen in dem einschüchternden Komplex Informationen von Offizieren und Spitzeln, Spionen und Agenten über die Bevölkerung der DDR und den „Klassenfeind“ im Westen zusammen.

Gegründet wurde das Ministerium für Staatssicherheit (MfS) vor 70 Jahren, am 8. Fe­bruar 1950. Ins Leben gerufen, um „Agenten, Saboteure und Diversanten“ zu bekämpfen, die im Auftrag von „englisch-amerikanischen Imperialisten“ die sozialistische Ordnung bedrohten, wurde das Ministerium zu „Schild und Schwert“ der Partei, wie man sich selbst stolz nannte. Das MfS führte nie ein unabhängiges Eigenleben. Es war immer fest in der Hand der Staatspartei SED, zu deren wichtigsten Machtmitteln es zählte. Das MfS war nur der Knüppel, den die SED gegen jede Opposition und jede missliebige Strömung im Lande schwang – und was in diesem Sinne „antisozialistisch“ war, das bestimmte allein die Partei.

Ab den 1960er Jahren überzog die Stasi die DDR mit einem Netz aus Dienststellen und Büros, offiziellen und Inoffiziellen Mitarbeitern, den sogenannten IMs. Sie sollten die Bevölkerung überwachen und kontrollieren. Der Dienst ließ Menschen durch Angehörige und Freunde bespitzeln, hörte Telefongespräche ab, verwanzte Wohnungen, zerstörte mit gefälschten Briefen und durch das Streuen von Gerüchten Beziehungen. „Zersetzung“ nannten die sozialistischen Rufmörder im SED-Auftrag das.

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Am ganz großen Rad drehte unterdessen die Hauptverwaltung Aufklärung. Der lange Jahre von Markus Wolf geleiteten Auslandsspionage gelang es, in Bonn Günther Guillaume im Umfeld des damaligen Bundeskanzlers Willy Brandt zu platzieren; wenig später gab der SPD-Politiker das Amt auf.

Doch der Alltag der Behörde mit ihren Zehntausenden Mitarbeitern präsentierte sich oft grau und bieder. Die Bürokraten legten Übersichten an „über Erscheinungsformen negativ-dekadenter Jugendlicher in der DDR“ wie „New Romantik’s“ und „Popper“. Penibel verzeichneten sie, dass man „Tramper“ an „Jesus-Latschen“ erkenne und fügten hinter dem Begriff „Heavy-Metal-Musik“ in Klammern hinzu „extrem harter Rock“.

Dr. Alexander Will Leiter Newsdesk / Mitglied der Chefredaktion (Überregionales)
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