Oldenburg Der erste Kran steht, Bagger heben tiefe Baugruben aus, mächtige Bohrer bereiten die Pfahlgründung der Neubauten vor, die in den nächsten Jahren am Stadthafen-Süd entstehen sollen. „Die ersten Wohnungen sind verkauft, die Nachfrage ist riesig“, freut sich Lisa Onnen von Kubus-Immobilien.

Die meisten Wohnungen sind für den Kauf reserviert. Es gibt eine Nachrückerliste, wenn Interessenten abspringen sollten. Zwischen 120.000 und knapp 1,2 Millionen Euro müssen die Käufer auf den Tisch legen. Als Gegenwert gibt es 25 bis 200 Quadratmeter große Wohnungen in zentraler Lage direkt am Wasser.

Das ist das Pfund, mit dem das Bauunternehmen wuchern kann. Und dennoch, „wir müssen hart kalkulieren“, sagt Lisa Onnen, die von in den vergangenen Jahren explodierenden Baukosten berichtet. Das mache eine Mischkalkulation nötig.

Die Wohnungen in guter Lage seien entsprechend teuer, 685.000 Euro für 108 Quadratmeter im elften Stockwerk an der Einmündung des Küstenkanals in die Hunte beispielsweise. Hinzu kämen die üblichen Nebenkosten, da lande man leicht bei 750.000 Euro. Dafür gibt’s einen wunderbaren Blick durch viel Glas auf die Innenstadt, den alten Hafen und den Kanal.

Eine Stiftung, die die Bauunternehmerin und Immobilienmaklerin nicht nennen möchte, hat in den geplanten Blöcken zwei Mal 60, also 120 von den insgesamt 300 Wohnungen gekauft. Städtevertraglich ist geregelt, dass 40 Wohnungen kostengünstig, also für 6,50 Euro pro Quadratmeter, vermietet werden müssen an Menschen, die einen sogenannten Wohnberechtigungsschein haben.

Ende 2021/Anfang 2022 könnten die ersten Eigentümer beziehungsweise Mieter einziehen, blickt Lisa Onnen in die Zukunft. Der erste Spatenstich oder eine Grundsteinlegung wird Anfang nächsten Jahres erfolgen, kündigt sie an.

Im Vergleich zum Stadthafen Nord sind die Baukosten in den vergangenen Jahren um knapp 20 Prozent gestiegen, berichtet sie weiter. Die Materialien seien teurer, die energetischen Vorgaben und die Anforderungen im allgemeinen höher als noch vor wenigen Jahren. Hinzu komme, dass die Stadt zur Baugenehmigung eine Kindertagesstätte, die Sanierung von Teilen der Spundwand sowie den Bau einer Uferpromenade fordere, was ebenfalls Kosten verursache.

Den Bau einer Brücke für Radfahrer und Fußgänger zur gegenüberliegenden Doktorsklappe, wo ebenfalls bereits kräftig gebaut wird, könne ihr Unternehmen nicht finanzieren. Das Bauwerk müsse 6,50 Meter hoch sein und über einen Aufzug verfügen. Das sei Angelegenheit der Stadt.

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Thomas Husmann Redakteur / Redaktion Oldenburg
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