Friesoythe Der Vorwurf, der im Raum steht, wiegt gewaltig: Schwerer sexueller Missbrauch von Kindern. Dieser Vorwurf richtet sich gegen einen Mann aus dem Raum Friesoythe. Bereits vor einem Jahr soll er von Eltern angezeigt worden sein. Über die Zulassung einer Anklage ist bis heute nicht entschieden worden. Seit einem Jahr ist der Mann also entweder falschen Beschuldigungen ausgesetzt, oder die Vorwürfe stimmen und der Mann muss sich seit einem Jahr nicht für die Taten verantworten. Warum also dauert das alles so lange?

Eine Nachfrage dieser Zeitung bei der Staatsanwaltschaft in Oldenburg ergab, dass das Verfahren gegen den Beschuldigten dort noch nicht anhängig ist. Das bedeutet: Es wird noch polizeilich ermittelt.

Und tatsächlich, der Polizeiinspektion Cloppenburg/Vechta ist der Fall sehr wohl bekannt. Sie teilte dazu auf Anfrage dieser Zeitung mit, dass der Polizei eine Strafanzeige wegen des Verdachts des schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern vorliegt.

„Ein derartiges Ermittlungsverfahren ist äußerst sensibel zu behandeln, da Kinder in polizeilichen Ermittlungsverfahren einen besonderen Schutz genießen“, sagte Polizeisprecherin Maren Otten. Das sei nicht mit Ermittlungen wie Diebstahl oder ähnlichem vergleichbar.

Um eine gerichtsfeste Klärung des Sachverhaltes herbeizuführen, sei es unerlässlich, sogenannte 360-Grad-Ermittlungen durchzuführen. Das bedeutet eine umfangreiche Ermittlung in alle Richtungen. Die Kinderbefragung, mögliche Zeugenbefragungen sowie die Befragung des Tatverdächtigen gehören genauso dazu wie der Blick auf mögliche Tatumstände und auf das familiäre Umfeld. „Diese Ermittlungen nehmen selbstverständlich Zeit in Anspruch“, sagte Otten.

Die Ermittlungen seien allerdings weitestgehend abgeschlossen und würden in den nächsten Tagen an die Staatsanwaltschaft Oldenburg abgegeben. Dann kann über eine mögliche Anklageerhebung entschieden werden.

Nach Informationen dieser Zeitung soll auch eine Frau eine Anzeige wegen sexuellen Missbrauchs gegen den Mann erstattet haben. Hierzu machte die Polizei keine Angaben.

Carsten Bickschlag Redaktionsleitung Friesoythe / Redaktion Münsterland
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