Nordenham Wer es findet, darf es behalten – oder versteckt es neu. So in etwa lässt sich der neue Trend beschreiben, der auch in Nordenham Einzug hält. Dabei geht es um bunt bemalte Steine, die wie Ostereier in der Gegend versteckt werden und dem Finder ein Lächeln ins Gesicht zaubern sollen, beschreibt Rebecca Hagemann die Idee dieser Bewegung.

Sofort begeistert

Sie selbst ist über die Facebookgruppe einer ehemaligen Mitschülerin darauf aufmerksam geworden. „Stuhr Rocks“ hieß die Gruppe. „Ich habe dann ein bisschen herumgestöbert“, erzählt Rebecca Hagemann. Und die 30-Jährige sie war so begeistert, dass sie gleich ein paar Steine sammelte und bemalte. Die hat sie in Nordenham versteckt und Bilder davon in bereits bestehenden Gruppen in sozialen Netzwerken gepostet.

Die Resonanz darauf war zunächst eher verhalten. Bis sich Rebecca Hagemann entschloss, eine eigene Facebook-Gruppe mit dem Namen „N’ham Rocks“ zu gründen. Innerhalb kürzester Zeit hatte die Gruppe mehrere Hundert Mitglieder. Jetzt, nach nur vier Wochen, hat sie sogar schon die 1000-Mitglieder Marke überschritten. Tendenz steigend: Mehr als 1240 Mitglieder sind es inzwischen.

Das Schöne an der Aktion sei, dass jeder mitmachen könne, egal in welchem Alter, egal, ob Künstler oder ob man noch nie einen Pinsel in der Hand gehabt hat, sagt Tina Sander. Sie hat Rebecca Hagemann über die Gruppe kennengelernt. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Im Gegenteil, viele Teilnehmer beweisen großen Ideenreichtum. „Zum Beispiel bei dem abgebissenen Keks. Den muss man auch erstmal darin sehen, wenn man den rohen Stein irgendwo findet“, erzählt t Tobias Sander. Der 32-Jährige ist über seine Frau Tina zu der Gruppe gestoßen.

„Die ,Rohsteine’ sammeln wir, wo wir sie gerade finden, im Garten, an Gehwegen. Und die bemalen wir dann frei Schnauze“, berichtet Tina Sander. Es mache Spaß, die Steine selbst zu bemalen und man komme raus in die Natur. „Man nimmt seine Umwelt bewusster war und läuft nicht nur mit dem Blick auf das Handy gerichtet herum“, sagt die 34-Jährige.

Auch wer selbst nicht malen möchte, kann mitmachen und einfach die Augen nach bereits verzierten Steinen offen halten. Wer einen Stein findet, darf ihn entweder behalten oder ihn erneut verstecken. Er sollte aber vorher ein Foto von dem Stein schießen, es in der Facebook-Gruppe posten und dazu schreiben, ob er den Stein behält oder ob er weiter versteckt wird. „Ich habe selbst schon einige Steine in der Gruppe gesehen, die ich gerne finden und behalten möchte“, erzählt Rebecca Hagemann lachend.

Es seien inzwischen aber auch einige bemalte Pflastersteine im Umlauf. Doch das sei nicht der Sinn der Bewegung. „Die Finder sollen Spaß bei der Aktion haben, aber sich dann einen Pflasterstein einzustecken, ist natürlich nicht so spaßig“, sagt Tina Sander. „Und es ist auch nicht Sinn, dabei seinen Bauschutt in der Stadt zu verteilen“, betont Rebecca Hagemann.

Umwelt schützen

Ein paar Vorgaben gibt es also doch. Rebecca Hagemann schlägt Acrylfarbe zum Bemalen vor. „Einige haben aber auch einfach Filzstifte benutzt“, sagt sie. Wichtig sei in jedem Fall, dass die Steine nach dem Bemalen mit Klarlack versiegelt werden, damit die Farbe sich im Regen nicht ablöst und so in der Erde versickert, erläutert sie. Die Steine sollten auch nicht beklebt werden, damit nichts abfallen und in der Natur liegenbleiben kann. Auch Glitzerdeko sei tabu, sagt Rebecca Hagemann, denn diese könnte zum Beispiel Vögel anlocken, die die Deko dann verschlucken könnten.

Nach dem Bemalen sollen die Steine möglichst an einem belebten Ort versteckt werden. „Inzwischen muss es aber nicht mal mehr ein belebter Ort sein. Manche Stellen haben sich schon fast zu Pilgerstätten entwickelt“, sagt die 30-Jährige schmunzelnd. Und noch einen Hinweis gibt Rebecca Hagemann: Die Steine sollten natürlich nicht auf Privatgrundstücken versteckt werden. „Und auch nicht in Supermärkten, auf Autos oder an gefährlichen Stellen. Die Aktion soll Freude machen und niemanden in Gefahr bringen“, betont sie.

Es sei auch kein Konkurrenzkampf, stellt sie klar. Es gehe wirklich nur um den Spaß, die Steine zu suchen, und die Freude, einen schönen Stein zu finden, sind sich Rebecca Hagemann, Tina und Tobias Sander einig.

„Ein bisschen wie beim Geocaching. Nur ohne Technik“, sagt Rebecca Hagemann.

Merle Ullrich Nordenham / Redaktion Nordenham
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