Forlitz-Blaukirchen /Friesische Wehde Er war auf der Straße zu Hause. Jahrelang ist Werner Bodeit mit seinem Karren und fünf Hunden durch Ostfriesland und Friesland gezogen. In einer Schutzhütte in Grabstede hatte er 2017/2018 überwintert. Jetzt findet er seine letzte Ruhe dort, wo er seit Oktober 2018 so etwas wie ein kleines Stück Heimat gefunden hatte: in Forlitz-Blaukirchen (Gemeinde Südbrookmerland im Kreis Aurich). Das berichtet die Ostfriesen-Zeitung.

Diese Entscheidung hat der Kirchenvorstand der Gemeinde am Mittwoch gefällt und damit einen Endpunkt gesetzt unter ein tagelanges Gezerre über die Beerdigungsform für den Obdachlosen. Der 56-Jährige war am Montag, 5. August, tot in einer Scheune gefunden worden.

„Wir haben beschlossen, auf die Kosten für das Gemeinschaftsgrab auf dem Friedhof am Großen Meer zu verzichten“, sagte Claus Dreier. Der Pastor der evangelisch-lutherischen Kirche betreut die Gemeinden Engerhafe, Wiegboldsbur und Forlitz-Blaukirchen kommissarisch. Auf diese Weise habe man sicherstellen können, dass Werner Bodeit nicht auf einem Grabfeld für Obdachlose in Westerstede beigesetzt werden muss. Diese kostengünstige Variante hätte die Gemeinde Südbrookmerland gewählt, die für die Amtsbestattung zuständig ist. Alles, was darüber hinaus geht, nicht. Joachim Betten vom Ordnungsamt der Gemeinde, bat um Verständnis für diese Vorgehensweise: „Wir sind gehalten, die wirtschaftlichste Alternative zu wählen.“

In dem 200-Seelen-Ort hatten sich viele Einwohner gewünscht, Werner Bodeit im Dorf beisetzen zu dürfen. Besonders hat sich Gerd Weber dafür stark gemacht. Er sei mit Werner Bodeit befreundet gewesen, sein Tod habe ihn sehr betroffen gemacht, sagte er.

So empfindet auch Harm van der Harst. Der Niederländer hatte dem Aussteiger im Oktober eines seiner Häuser zur Verfügung gestellt. „Meine Familie und ich haben ihm jeden Mittag warmes Essen gebracht“, sagte er. Von seiner Seite aus sei kein Zwang ausgeübt worden: „Ich habe zu ihm gesagt, er könne bleiben so lange er wolle.“

Werner Bodeit habe zunächst erklärt, Ostern mit seinem Karren weiterziehen zu wollen. „Doch daraus wurde dann Pfingsten, Früh- und Spätsommer“, sagte Harm van der Harst.

Nach Informationen von Claus Dreier wird Werner Bodeit am Mittwoch, 21. August, um 14 Uhr auf dem Friedhof in Forlitz-Blaukirchen beigesetzt. Von einer christlichen Beerdigung sehe man ab. Bodeit sei kein Kirchenmitglied gewesen. „Wir möchten ihm post mortem nichts überstülpen“, sagte der Pastor. Er werde allerdings ein paar Worte sagen: „Es wird eine weltliche Andacht werden.“

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