Dangast Papier ist geduldig. Einen ganzen Aktenordner füllen die Antragsformulare und Erklärungen, die Till Krägeloh bei Behörden einreichen musste. „Ich kann ein Buch damit füllen“, sagt der Leiter des Watt-en-Schlick-Festes (WES). Denn bis der erste Ton erklingt, wartet auf die Macher des Musik- und Kulturfestes, das vom 2. bis 4. August am Kurhausstrand stattfindet, ein Genehmigungsmarathon.

Entspannte Abreise

Abseits der Musik-Bühne gilt es, zahlreiche Herausforderungen zu meistern. Allen voran die des Verkehrsproblems in das Nordseebad am Jadebusen hinein und auch wieder hinaus. Das Hinein und Hinaus kommt dabei für die Tagesgäste, die mit dem Auto anreisen, erst gar nicht infrage. „Besucher mit Tageskarten werden schon vor Dangast auf einen Parkplatz abgeleitet“, sagt Till Krägeloh.

Viel Platz für alle Besucher – Vier Campingplätze

Tagesgäste mit Auto werden schon vor Dangast auf den großen Parkplatz gegenüber der Deichstraße abgeleitet. Sie kommen erst gar nicht in den Ort hinein.

Die Sielstraße ist gesperrt. Nur Gäste mit Campingkarte dürfen passieren und parken auf ihrem Campingplatz.

Es gibt vier Campingplätze: C 1 liegt am Ende der Deichstraße (nur für Autos, vor dem Dorfkrug links abbiegen); C 2 an der Sielstraße (an der Ampel links) nach 300 Metern; C 3 für Wohnmobile weitere 100 Meter weiter rechts; C 4 ist der städtische Campingplatz am Ende der Straße Auf der Gast (an der Ampel rechts).

Das geschieht auf Höhe des Dorfkrugs. WES-Fans, die ein Festival-Ticket für alle drei Tage besitzen und dazu eine Campingkarte, können mit ihren Autos auf dem Campingplatz parken. „Bei uns geht es mehr um den ruhenden Verkehr“, rechnet Till Krägeloh nicht mit einem Verkehrschaos rund um das Festivalgelände. Staus bei der Anreise am Freitag schließe er aber nicht aus.

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„Klar haben wir eine Abreisewelle, bei der es auch kurzfristig mal eng werden kann“, sagt Krägeloh: „Aber das ist normal bei einer solchen Veranstaltung.“ Die Abreise am Sonntag sei in der Vergangenheit indes stets „relativ entspannt“ verlaufen. Um nichts dem Zufall zu überlassen, arbeiten die Festival-Macher eng und lange im Voraus mit den zuständigen Ämtern zusammen. „Gemeinsam finden wir Lösungen.“

Doch auch auf soziale Gerechtigkeit, Nachhaltigkeit und Umweltschutz wird beim WES großen Wert gelegt. „Das hängt für mich zusammen“, sagt Till Krägeloh. Ein sorgsamer Umgang mit dem Ort direkt am Weltnaturerbe Wattenmeer sei seit Bestehen des Festivals in dessen Philosophie verankert.

Schon in den vergangenen Jahren wurde beim Watt-en-Schlick verstärkt Wert auf die Verwendung von umweltfreundlichen Materialien im Gastronomiebereich geachtet. „In diesem Jahr wird ausschließlich Geschirr aus nachwachsenden Palmblättern sowie Mehrweg-Pfandbecher verwendet“, erläutert der Festivalleiter. Zudem seien die Kooperationen mit fairen Getränkeherstellern ausgebaut worden.

So gut wie kein Müll

Auch Müllvermeidung steht in Dangast oben an. Während bei anderen Festivals tonnenweise Abfall anfällt, werde laut Krägeloh auf dem Platz beim Watt-en-Schlick „so gut wie kein Müll“ hinterlassen: „Ein Umstand, der auch dem gesteigerten Umweltbewusstsein des Publikums geschuldet sein dürfte, die den besonderen Ort als solchen zu schätzen wissen.“

Zur Nachhaltigkeit gehört für Krägeloh auch das Soziale. „Bei uns zahlen beispielsweise Kinder bis 14 Jahre keinen Eintritt und wir achten auf möglichst erschwingliche Preise“, sagt er. So solle einem möglichst gemischten und generationenübergreifendem Publikum der Besuch ermöglicht werden.

Musik bis Sport – Das Programm

Freitag, 2. August: Max Herre, Sophie Hunger, Giant Rooks, Erotik Toy Records, Die Goldenen Zitronen, LGoony, Stefanie Sargnagel, Sepalot Quartet, Jeremias, Die Sauna, Lars Eidinger, Irma, Komfortrauschen, Flowin Immo, Das Moped, Albrecht Schrader, Machiavelli; Film: 25 km/h.

Samstag, 3. August: Dendemann, Moop Mama, Bonaparte, Ricky Dietz, Filous, Heinz Strunk, Chef’Special, Ahzumjot, Cari Cari, Golden Dawn Arkestra, Jazzanova, OG Keemo, Ronja von Rönne, Bodi Bill, Enno Bunger, Loyal, Faakmarwin, Moritz Krämer, Wwwater, Beranger, Machiavelli,Gianni Mae, Bruckner; Filme: Roads, Alle Anderen, Unzertrennlich, Mein Leben als Zucchini.

Sonntag, 4. August: Faber, Fatoni, Mavi Phoenix, Pauls Jets, Alli Neumann, Flowin Immo, Machiavelli, Ebow, Say Yes Dog, Sofaconnection, Giulia Becker, Blond, Tiflis, Bummelkasten, Muckemacher, Erdmöbel, The Black Seeds, Lisa Morgenstern, The Districts; Deutsche Meisterschaften im Schlickrutschen; Filme: Rocca verändert die Welt, All My Loving, Carmine Street Guitars.

Am Ende aller Planungen steht für Till Krägeloh der Anfang: „ Feiern wir die Möglichkeit, einen freien Ort zu schaffen, an dem die unterschiedlichsten Menschen zusammen lachen, weinen und tanzen. Diese Art der Begegnung kann man nicht planen“ – und da hilft auch kein Aktenordner voller Genehmigungen.

Olaf Ulbrich Redaktionsleitung Varel / Redaktion Friesland
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