Oldenburg Kevin Becker (23) war noch Schüler am Alten Gymnasium, als er sich in der Frittenschmiede von Udo Bigeschke und Bernd Brünig schon sein Taschengeld aufbesserte. Auch Anton Oppermann (22), der seinen Abschluss an der Fachoberschule Gestaltung gemacht hat, ist hier schon lange Stamm-Frittierer. Seit sieben Jahren ist das Team den Kunden vertraut – und beliebt. Jetzt gehen die beiden in die Vollen: Zum Januar 2020 übernehmen sie „ihren“ Laden: das „Frizz“ in der Schüttingstraße. Becker sagt: „Ich kannt das ,Frizz’ ja schon aus meiner Kindheit, mit meiner Mama habe ich mir hier immer Fritten mit Röstzwiebeln geholt. Wir sind hiermit groß geworden. Jetzt sind wir so fit, dass wir das auch komplett machen können.“ Als Chef-Duo können beide parallel auch noch ihr Wirtschaftsstudium betreiben.

Die beiden Inhaber, die das „Frizz“ vor 20 Jahren mit der Oldenburger Krankenschwester Heidi Herden gegründet hatten, wollen sich auf ihre eigentlichen Firmen konzentrieren. Beispiel Bigeschke: Mit seinem Weihnachtsmarkt-Import- und Online-Shop „Sterne-vom-Himmel“ am Sackhofsweg, den er als kleine Garagenfirma gegründet hat, ist er inzwischen auf über 100 Angestellte gewachsen. Mehr als 30 Weihnachtsmärkte in Deutschland werden von ihm versorgt.

Auftakt mit Waschzuber-Regatta

Auch der Start des „Frizz“ hatte die unternehmerischen Qualitäten schon vor dem eigentlichen Auftakt gezeigt. Zwei Monate vor der Eröffnung nahm Bigeschke in „Frizz“-Montur an der Waschzuber-Regatta auf der Haaren teil – und gewann. „Das war natürlich beste Werbung“, lacht er noch heute. Und im nächsten Jahr gewann er gleich wieder.

Auch der Fernseh-Koch Rainer Sass trat schon im „Frizz“ auf, und ihr Fritteusen-Öl nutzten die technik-affinen Gründer auch schon mal pressetauglich und ressourcen-schonend zum Betrieb von Autos und – als Weltpremiere – für ein Blockheizkraftwerk: mit dem weltweit ersten Frittenstrom-Kraftwerk, mit Hilfe des Energie-Tüftlers Martin Weber aus Südbrokmerland (Aurich). Auch ihr Firmenbus fuhr zu zwei Dritteln flott mit Frittendiesel. In einem Jahr gab es hier auch mal den Stadtmeister im Fritten-Essen: der hungrige „King Wallace“ ließ damals alle hinter sich.

Geheimnis liegt in der Kartoffel

Dass der Laden bis heute so gut funktioniert – „die Zahlen sind über die Jahre relativ gleich geblieben“, sagt Bigeschke –, liegt für die Macher „vor allem an der gleichbleibenden Qualität, die immer gut schmeckt“. Teil des Geheimnisses sei die frische Kartoffel, die verwendet werde – anders als in sonst üblichen Pommes-Läden, sagen sie. Nur in Emden nutzt ein Imbiss dasselbe Produkt. Auch die 20 Saucen kommen gut an – trotz der vielen Variationen steht die normale „Mayo“ immer noch ganz oben.

Eine der Stärken liegt in der Konzentration auf das Wesentliche. Bratwurst und Kaffee wurden ein Jahr als Ergänzung ausprobiert – und wieder verworfen. „Wir machen nur Fritten, die aber gut, dafür kommen die Leute hierher“, sagt der neue Fritten-Unternehmer Kevin Becker, der das Jubiläum am 17. August mit Anton Oppermann, dem zwölfköpfigen Team, den Gründern und Kunden mit vielen Aktionen feiern will.

Karsten Röhr Redakteur / Redaktion Oldenburg
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