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Bremen Länderspielpause. Was für viele Fans der Fußball-Bundesliga ein Ärgernis ist, kommt für manche Vereine zum richtigen Zeitpunkt. Werder Bremen ist einer dieser Clubs, der sicher froh ist, einmal kräftig durchatmen zu können. Fehlstart in die neue Saison, eine nicht enden wollende Personalmisere, turbulente und bis zum Schluss spannende Partien – die ersten Wochen der Spielzeit haben bereits Kraft gekostet. Die NWZ guckt genauer hin, was nach acht Punkten aus sieben Spielen aus Bremer Sicht Mut macht – und was nicht.

Die Moral

Wenn es noch eines Beweises der starken Bremer Moral bedurft hätte, lieferte das Team ihn am Sonntagabend. Lange erkämpfte sich Werder bei überlegenen Frankfurtern ein 1:1, ehe die Hessen in der 88. Minute durch Andre Silva zum 2:1 trafen. Anstatt die Köpfe hängen zu lassen, zeigten die müde wirkenden Gäste unbändigen Willen – angeführt von Davy Klaassen, der durch einen vehementen Sprint in der 91. Minute den Elfmeter herausholte, den Milot Rashica zum 2:2 verwandelte. „Ich kann mich an der Moral meiner Mannschaft begeistern“, sagt Trainer Florian Kohfeldt. „Wir haben Moral bewiesen, gefightet und sind als Team zurückgekommen“, lobt Sportchef Frank Baumann.

Der Zusammenhalt

Aus der starken Moral heraus sowie den vielen Verletzungen – zeitweise waren zehn Spieler gleichzeitig außer Gefecht – ist in den vergangenen Wochen ein Zusammenhalt gewachsen, der Werder durch die Saison tragen könnte. „Wir haben teilweise mit neun, zehn Mann trainiert, und das hat einen unheimlichen Zusammenhalt bei uns heraufbeschworen“, sagt Kohfeldt. Viele Profis spielten in den ersten Wochen der Saison nicht auf ihren Stammpositionen. Sie halfen aus, stellten sich in den Dienst der Mannschaft und sorgten dafür, dass Werder einigermaßen unbeschadet und mit acht Punkten aus der schwierigen Zeit kam. „Wir haben trotzdem weiter gepunktet und uns dagegengestemmt“, meint Kohfeldt.

Die Rückkehrer

Diese Zeit, das ist die Hoffnung aller Bremer, soll nach der Länderspielpause beendet sein. Zwar fallen Ludwig Augustinsson, Niclas Füllkrug und Kevin Möhwald noch langfristig aus, alle anderen Rekonvaleszenten könnten aber beim Heimspiel gegen Hertha BSC (19. Oktober, 15.30 Uhr) wieder dabei sein. Die Comebacks von Yuya Osako sowie den beiden Stamm-Innenverteidigern Niklas Moisander und Ömer Toprak sind fest eingeplant. „Dann haben wir wieder mehr Varianten“, zeigt Kohfeldt sich zuversichtlich mit Blick auf die nächsten Aufgaben.

Die Abwehrsorgen

Moisanders und Topraks Rückkehr ist bei dem ambitionierten Ziel Europapokal gleichermaßen unabdingbar, guckt man sich die Abwehrprobleme der Bremer an. In jedem Spiel hat Werder mindestens ein Gegentor bekommen, stellt mit 16 Gegentreffern die drittschwächste Defensive der Liga. Zwar sind Werders Defizite durch die vielen Ausfälle im Abwehrverbund und die daraus resultierende fehlende Abstimmung erklärbar. Dennoch hat sich das Team auch einige einfache, vermeidbare Gegentore vor allem nach Standardsituationen eingefangen.

Spielerische Defizite

In Frankfurt oder auch im Heimspiel gegen Leipzig (0:3) wurde deutlich, dass es nach dem Abgang von Ideengeber Max Kruse spielerisch hakt. Sobald der Gegner Werder mit hohem Tempo unter Druck setzt, fehlen die Lösungen im Spielaufbau, der Pass in die Tiefe kommt zu ungenau oder es fehlt an Anspielstationen. Es habe durch die vielen Verletzten einen Verlust der Automatismen gegeben, analysiert Kohfeldt. Deswegen müsse sein Team „trainieren, trainieren, trainieren“. Wäre es gefestigter und eingespielter, hätte es sich bei der Eintracht aus den zahlreichen Drucksituationen besser befreien können.

Die Konkurrenz

Obwohl Werder sich wacker in den schwierigen Wochen geschlagen hat, steht da erst einmal nur Platz elf mit einem Rückstand von sechs Zählern auf Rang sieben. Dass die Konkurrenz bereits in guter Verfassung ist, macht nicht unbedingt Mut mit Blick auf den Europapokal. Zu den Champions-League-Teilnehmern Bayern, Dortmund, Leipzig und Leverkusen, die in der Regel vor Werder landen sollten, gesellen sich formstarke und finanziell stärkere Gladbacher, Schalker und Wolfsburger. Unter den ersten Zehn taucht eigentlich nur Freiburg als Überraschungsteam auf, alle anderen Mannschaften könnten hier auch am Saisonende stehen. „Die Konkurrenz ist hoch. Das Tableau ist noch eng zusammen“, weiß Kohfeldt. Dass es nicht einfach werde, „da sind wir uns alle einig“. Um mit den Teams um Platz sieben herum mitzuhalten, muss Werder eine außergewöhnliche Saison spielen, betont der Trainer: „Ich kann nur für uns sprechen: Wir müssen dafür über unser Limit gehen. Aber es ist unser Ziel.“

Lars Blancke Redakteur / Sportredaktion
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