Schwei In Schwei wird gebaut – aber noch nicht im geplanten Baugebiet der Gemeinde, sondern auf dem Gelände des ehemaligen Marktes der Raiffeisen-Warengenossenschaft (RWG) Wesermarsch. Dort entstehen zwei Wohnhäuser, zwei weitere Bodenplatten sind schon gegossen.

Ab 500 Quadratmeter

Insgesamt hat die RWG hier sieben Grundstücke mit Größen von 500 bis 750 Quadratmetern zugeschnitten. Eines, rund 600 Quadratmeter groß, ist noch zu haben, sagt Dr. Ingo Böning, der Geschäftsführer der RWG. Zwei weitere Grundstücke seien so gut wie verkauft.

Mehr Zeit für Haus und Garten

Die RWG Wesermarsch zählt rund 600 Mitglieder. Etwa 300 Landwirte sind nach Auskunft des Geschäftsführers Dr. Ingo Böning Stammkunden. Böning hat seinen Dienstsitz in Strückhausen.

Wieder entdeckt werden die Märkte der Raiffeisen-Warengenossenschaft gerade von den nicht landwirtschaftlichen Kunden, sagt Dr. Ingo Böning weiter. Wegen der Corona-Krise, die in erheblichem Maße Kurzarbeit mit sich bringt, haben viele Menschen mehr Zeit für Arbeiten in Haus und Garten. Die dafür erforderlichen Materialen sind auch in den RWG-Märkten zu haben.

Das Interesse an dem neuen Wohngebiet war von Anfang an sehr groß, berichtet Ingo Böning – selbstverständlich vor allem bei Menschen, die einen direkten Bezug zu Schwei haben. So haben zwei alteingesessene Schweier Familien die vier Grundstücke gekauft, auf denen sich schon etwas getan hat.

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Die Genossenschaft hatte ihre Niederlassung zum Jahresende 2017 geschlossen – ein Vorstandsbeschluss, der in Schwei auf erhebliche Kritik gestoßen war. „Dieser Schritt ist uns damals nicht leicht gefallen“, betont Dr. Ingo Böning deshalb heute noch einmal, „aber er war unausweichlich.“ Auch Kürzungen der Öffnungszeiten konnten die wirtschaftliche Bilanz der Verkaufsstätte nicht ins Positive drehen.

Der Wandel in der Landwirtschaft führte dazu, dass es immer weniger Kunden gab. Und gerade die Landwirte holen ihre Ware aus Zeitgründen nicht mehr selbst ab, sondern lassen sie liefern.

Das Verkaufsgebäude wurde abgerissen, und sowohl auf dessen Fläche als auch gegenüber auf dem Gelände der alten Waage richtete die Genossenschaft die neuen Bauplätze ein. Im vergangenen Jahr begannen die Bauherren mit den Arbeiten.

Neue Tankstelle

Wie Ingo Böning auf Nachfrage der NWZ weiter mitteilte, soll der Abschied der Genossenschaft aus Schwei nicht von Dauer sein. Der Vorstand habe ihn beauftragt, sich im neuen Gewerbegebiet Schweierfeld ein Grundstück zu sichern – zunächst für eine SB-Tankstelle. Im weiteren Verlauf könne auch ein landwirtschaftliches Lager dazukommen, aber das sei noch Zukunftsmusik, sagt er.

Bürgermeister Klaus Rübesamen habe ihn während der Schließung darauf angesprochen, wie die Genossenschaft auch weiterhin in Schwei präsent bleiben könne.

Mit der Tankstelle wolle die Genossenschaft keinesfalls dem bestehenden Kfz-Betrieb mit Zapfsäulen von Felix Diers Konkurrenz machen, betont Dr. Ingo Böning; die Genossenschaft werde die Tankstelle erst bauen, wenn Diers seinen Betrieb geschlossen habe. Die Lage an der Bundesstraße empfindet Ingo Böning als sehr günstig: Hier könnten sich große Teile des Durchgangsverkehrs, auch Lastwagen, mit Treibstoff versorgen, ohne dass die Versorgung für die Schweier schlechter werde. Die kommende Küstenautobahn ist ein weiteres Argument für eine Tankstelle.

Bislang betreibt die Genossenschaft schon Tankstellen in Jaderberg – sie ist gerade aufgerüstet worden –, Großenmeer, Eckfleth und Hahn-Lehmden.

Lager im Gewerbegebiet?

Ein landwirtschaftliches Lager, das Futtermittel, Düngemittel und Treibstoff anbietet, passe besser in ein Gewerbegebiet als in ein Ortszentrum, sagt Böning. Vor einer Entscheidung müsse aber die weitere Entwicklung der Landwirtschaft beobachtet werden.

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Henning Bielefeld Stadland und stv. Leitung Redaktion Nordenham / Redaktion Nordenham
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