Oberhammelwarden Noch sieht es ziemlich kahl aus auf dem Campingplatz in Oberhammelwarden. Mit Verspätung erwacht die Anlage am Weserdeich so langsam aus dem Winterschlaf. Eigentlich wären viele Dauercamper schon längst in ihrer Parzelle, doch Camping- und Wohnmobilstellplätze durften wegen der Corona-Pandemie erst vorige Woche unter Auflagen wieder öffnen. „Nun kommen die Leute zögerlich zurück“, freut sich Eigentümer Karlheinz Krug.

Auch Detlef Wolf (58) arbeitet wieder an seiner Parzelle. „Wir sind dabei, Steine neu zu setzen und Unkraut zu zupfen.“ Mit seiner Frau Britta kommt der Camper seit sechs Jahren auf den Platz im Elsflether Ortsteil. „Wenn wir mit dem Fahrrad am Deich entlang fahren, sagen wir uns: ,Hier sind wir zu Hause’“, plaudert der Oldenburger aus dem Nähkästchen. Besser als an der Nordsee sei es in Oberhammelwarden allemal.

Indes hat Campingplatz-Besitzer Krug im Frühjahr die Infrastruktur erweitert. Zehn neue Stellplätze sind zu den 16 vorhandenen dazugekommen. Erste Anfragen gebe es bereits von Dauercampern aus Nordrhein-Westfalen. Auch die Gaststätte macht nun wieder auf.

„Außerdem hat jeder Platz jetzt eine eigene Versorgungssäule mit Wasser und Strom“, verkündet Krug. Früher habe jeder Urlauber seinen Wasserschlauch über den gesamten Platz verlegt. Bei jedem Spatenstich sei ein anderes altes Fundament gefunden worden. Laut Eigentümer sind dafür weit mehr als 100 Tonnen Schrott aus der Erde geholt worden: „Sogar ein Kühlschrank war dabei.“ Zeitweise habe es sehr wüst ausgesehen.

Wenn er das Ausmaß der Corona-Krise geahnt hätte, hätte er nicht umgebaut, räumt Krug ein. Schließlich blieben Mieteinnahmen durch Gäste und die Strandgaststätte aus. „Es hat mir aber in die Karten gespielt, dass kein Gast hier war und wir die Bauarbeiten immer durchführen konnten.“

Eigentümer Krug hat noch viel mehr vor. Um Campern das Säubern der eigenen Toilette zu erleichtern, plant Krug eine Entsorgungsstation. „Die Bürgermeisterin Brigitte Fuchs hat mir gesagt, so etwas gebe es in der Wesermarsch noch nicht“, sagt der Oldenburger und freut sich. „Das wäre auch wichtig für den überregionalen Tourismus.“

Niklas Grönitz Volontär, 2. Ausbildungsjahr / NWZ-Redaktion
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