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Bild: Markus Minten
Deponie Brake-KäseburgBild: Markus Minten
Brake

Deponie-Gutachten steht noch aus
450 Tonnen Müll aus Kernkraftwerk sollen nach Käseburg

Von rund 11.900 Tonnen Abfälle aus dem Kernkraftwerk Unterweser sollen 450 Tonnen in Brake-Käseburg deponiert werden. Noch ist aber unklar, ob die Deponie für die Lagerung des Bauschutts geeignet ist.

Brake Die Antwort des Niedersächsischen Umweltministeriums auf seine Kleine Anfrage hat den Landtagsabgeordneten Dragos Pancescu (Bündnis 90/Die Grünen) überrascht: „Auf der Deponie Käseburg sollen bis zu 450 Tonnen Beton und Bauschutt aus dem KKU gelagert werden“, sagte er im Gespräch mit unserer Redaktion.

Spezifische Freigabe

Laut Umweltministerium sehen die Planungen für den Rückbau des Kernkraftwerks Unterweser (KKU) in Kleinensiel vor, außerhalb der Gebäude-/Geländefreigabe rund 11 900 Tonnen gemäß Strahlenschutzverordnung uneingeschränkt beziehungsweise spezifisch freizugeben und einer Deponie zuzuführen. „Die Zahlen sind alarmierend und waren so noch nicht bekannt“, sagte Pancescu.

Abfälle, die in der zweiten Jahreshälfte das KKU verlassen, sollen eingelagert werden. Radioaktive Abfälle kommen ins Abfalllager Unterweser der Gesellschaft für Zwischenlagerung oder zur Konditionierung zu externen Einrichtungen, etwa Cyclife in Schweden.

Konventionelle Abfälle sollen laut Ministerium im Falle der spezifischen Freigabe an die Verbrennungsanlage Remondis SAVA und bei Vorliegen der formalen Voraussetzungen auch an die Deponie Käseburg (Isolierstoffe) abgegeben werden. Bei einer uneingeschränkten Freigabe (Metalle) würde der Bauschutt dem Wertstoffkreislauf zugeführt.

Ob die Deponie Käseburg für die Lagerung des KKU-Bauschutts geeignet ist, steht nach wie vor im Raum. In der Antwort auf die Anfrage von Dragos Pancesu und weiteren Fraktionsmitgliedern konnte das Ministerium noch kein Datum nennen. Die Betreiberin PreussenElektra habe eine Nachweisunterlage bezüglich der strahlenschutztechnischen Eignung der Deponie Brake-Käseburg von der Fachfirma Brenk Systemplanung GmbH erstellen lassen und diese beim Umweltministerium zur Prüfung eingereicht.

„Die Prüfung der von der Betreiberin eingereichten Nachweisunterlage dauert noch an.“ Die gutachterliche Stellungnahme der zugezogenen Sachverständigen des TÜV Nord werde zeitnah erwartet“, heißt es. Im Anschluss könne auf dieser Basis die Prüfung im Jahr 2021 abgeschlossen werden. „Die Eignung der Deponie ist auch nach zwei Jahren immer noch nicht festgestellt“, sagte Pancescu fassungslos.

Umfassend informieren

„Davon unabhängig, werden weder die Bevölkerung noch Interessensvertreter umfassend informiert. Die Ergebnisse der Freimessungen entscheiden über die weitere Behandlung des Abfalls, dennoch werden diese nicht öffentlich gemacht. Das ist nicht hinnehmbar“, so Pancescu. Er fordert die Betreiber auf, „von der Entsorgung radioaktive Stoffe auf einer Hausmülldeponie abzusehen“.

Von rund 11.900 Tonnen Abfälle aus dem Kernkraftwerk Unterweser sollen 450 Tonnen in Brake-Käseburg deponiert werden. Noch ist aber unklar, ob die Deponie für die Lagerung des Bauschutts geeignet ist.
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